Rohstoff - Nachrichten
GESAMT-ROUNDUP/ThyssenKrupp bremst Abwärtstrend - Reges Interesse an Stahlwerken
10.08.2012 - 17:18 | Quelle: dpa-AFX
ESSEN (dpa-AFX) - Der angeschlagene Industriekonzern ThyssenKrupp hat im vergangenen Quartal trotz der sich eintrübenden Wirtschaftslage und anhaltender Probleme in den neuen Stahlwerken in Übersee die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 109 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag in Essen mitteilte. Das war zwar nur noch die Hälfte des Vorjahresergebnisses, danach war ThyssenKrupp aber tief in die roten Zahlen gerutscht. Nun profitierte der Konzern vom Verkauf der Eisengießerei Waupaca in den USA, der zu einem Sondergewinn führte.
Analysten hatten mit Schlimmerem gerechnet. Die Zahlen sorgten an der Börse für eine positive Überraschung. Die Aktien legten bis zum späten Nachmittag um gut 5 Prozent zu. Dabei überzeugte ThyssenKrupp auch mit der Bestätigung seines Ausblicks - einige Beobachter hatten schon mit einer Gewinnwarnung gerechnet.
ZWEISTELLIGE ZAHL AN INTERESSEN FÜR ÜBERSEE-WERKE
Zudem überraschten die positiven Aussagen zum Stand der zum Verkauf stehenden Stahlwerke in Brasilien und den USA. 'Wir sehen reges Marktinteresse und führen Gespräche mit möglichen Investoren', sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Namen nannte er nicht. Finanzchef Guido Kerkhoff sprach von einer zweistelligen Zahl an Interessenten. 'Das hat meine eigenen Erwartungen übertroffen', sagte Kerkhoff. Der Prozess befinde sich aber noch in einem frühen Stadium. ThyssenKrupp muss nun die Ernsthaftigkeit der Bekundungen prüfen.
Der mit Verlusten kämpfende Dax -Konzern hatte die Werke im Mai auf den Prüfstand gestellt. Zuletzt hatten etwa asiatische und brasilianische Unternehmen öffentlich erklärt, sich die Werke anzusehen. Die entscheidende Frage ist allerdings, ob ThyssenKrupp seine Preisvorstellungen verwirklichen kann. Die gesamte Stahlsparte in Übersee stand Ende Juni mit knapp 7,9 Milliarden Euro in den Büchern, davon entfielen 6.9 Milliarden auf Sachanlagen.
KONJUNKTUR DRÜCKT AUFS OPERATIVE GESCHÄFT
Die Anlagen haben sich bislang als Milliardengrab erwiesen. Der Bau und Hochlauf beider Werke hatte bislang rund zwölf Milliarden Euro verschlungen. Im vergangenen Jahr hatten Wertberichtigungen von 2,1 Milliarden Euro zu einem hohen Konzernverlust geführt. Schon die Baukosten waren aus dem Ruder gelaufen, dann gab es immer wieder technische Probleme.
Im operativen Geschäft bekam ThyssenKrupp im vergangenen Quartal die sich verschlechternde Wirtschaftslage deutlich zu spüren. Der um Sondereffekte wie Verkaufserlöse bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern aus dem fortzuführenden Geschäft sackte um 79 Prozent auf 122 Millionen Euro ab. Während sich das Industriegütergeschäft auch im dritten Geschäftsquartal vergleichsweise stabil hielt, gab es im Stahlbereich herbe Einbrüche. Neben den Problemen in Übersee schwächelt seit rund einem Jahr auch das lange boomende Geschäft in Europa. Die Kunden sind unsicher und halten sich mit Bestellungen zurück. Das drückt auf die Preise. ThyssenKrupp hat die Produktion bereits seit Monaten gedrosselt, seit Anfang August arbeiten nun 2.170 der insgesamt 17.500 Mitarbeiter der Sparte kurz. Trotzdem hielt sich das europäische Stahlgeschäft im dritten Quartal operativ wie die meisten anderen Konzernsparten in den schwarzen Zahlen.
SCHULDEN GESUNKEN
Der durch den Bau der Anlagen dramatisch angestiegene Schuldenstand sank dank des Waupaca-Verkaufs von 6,5 Milliarden Euro im März auf 5,8 Milliarden im Juni. Hiesinger hatte dem Konzern vor mehr als einem Jahr ein umfangreiches Verkaufsprogramm verordnet, um die Schulden zu senken und neue Spielräume für Zukunftsinvestitionen zu schaffen. Das Programm wird nun forciert. So fand das Unternehmen mit dem irischen Konzern Kingspan bereits einen Käufer für sein Bauelemente-Geschäft. Zudem steht nun der italienische Kettenlaufwerkshersteller Berco auf der Verkaufsliste.
Am Ausblick hielt der Vorstand rund anderthalb Monate vor Ablauf des Geschäftsjahres fest. Der bereinigte operative Gewinn ohne die Edelstahlsparte soll bei einem mittleren dreistelligen Millionen-Betrag landen. Nach neun Monaten hat der Konzern 339 Millionen Euro geschafft, das sind 73 Prozent weniger als vor einem Jahr./enl/he
Quelle: dpa-AFX
Analysten hatten mit Schlimmerem gerechnet. Die Zahlen sorgten an der Börse für eine positive Überraschung. Die Aktien legten bis zum späten Nachmittag um gut 5 Prozent zu. Dabei überzeugte ThyssenKrupp auch mit der Bestätigung seines Ausblicks - einige Beobachter hatten schon mit einer Gewinnwarnung gerechnet.
Zudem überraschten die positiven Aussagen zum Stand der zum Verkauf stehenden Stahlwerke in Brasilien und den USA. 'Wir sehen reges Marktinteresse und führen Gespräche mit möglichen Investoren', sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Namen nannte er nicht. Finanzchef Guido Kerkhoff sprach von einer zweistelligen Zahl an Interessenten. 'Das hat meine eigenen Erwartungen übertroffen', sagte Kerkhoff. Der Prozess befinde sich aber noch in einem frühen Stadium. ThyssenKrupp muss nun die Ernsthaftigkeit der Bekundungen prüfen.
Der mit Verlusten kämpfende Dax -Konzern hatte die Werke im Mai auf den Prüfstand gestellt. Zuletzt hatten etwa asiatische und brasilianische Unternehmen öffentlich erklärt, sich die Werke anzusehen. Die entscheidende Frage ist allerdings, ob ThyssenKrupp seine Preisvorstellungen verwirklichen kann. Die gesamte Stahlsparte in Übersee stand Ende Juni mit knapp 7,9 Milliarden Euro in den Büchern, davon entfielen 6.9 Milliarden auf Sachanlagen.
Die Anlagen haben sich bislang als Milliardengrab erwiesen. Der Bau und Hochlauf beider Werke hatte bislang rund zwölf Milliarden Euro verschlungen. Im vergangenen Jahr hatten Wertberichtigungen von 2,1 Milliarden Euro zu einem hohen Konzernverlust geführt. Schon die Baukosten waren aus dem Ruder gelaufen, dann gab es immer wieder technische Probleme.
Im operativen Geschäft bekam ThyssenKrupp im vergangenen Quartal die sich verschlechternde Wirtschaftslage deutlich zu spüren. Der um Sondereffekte wie Verkaufserlöse bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern aus dem fortzuführenden Geschäft sackte um 79 Prozent auf 122 Millionen Euro ab. Während sich das Industriegütergeschäft auch im dritten Geschäftsquartal vergleichsweise stabil hielt, gab es im Stahlbereich herbe Einbrüche. Neben den Problemen in Übersee schwächelt seit rund einem Jahr auch das lange boomende Geschäft in Europa. Die Kunden sind unsicher und halten sich mit Bestellungen zurück. Das drückt auf die Preise. ThyssenKrupp hat die Produktion bereits seit Monaten gedrosselt, seit Anfang August arbeiten nun 2.170 der insgesamt 17.500 Mitarbeiter der Sparte kurz. Trotzdem hielt sich das europäische Stahlgeschäft im dritten Quartal operativ wie die meisten anderen Konzernsparten in den schwarzen Zahlen.
SCHULDEN GESUNKEN
Der durch den Bau der Anlagen dramatisch angestiegene Schuldenstand sank dank des Waupaca-Verkaufs von 6,5 Milliarden Euro im März auf 5,8 Milliarden im Juni. Hiesinger hatte dem Konzern vor mehr als einem Jahr ein umfangreiches Verkaufsprogramm verordnet, um die Schulden zu senken und neue Spielräume für Zukunftsinvestitionen zu schaffen. Das Programm wird nun forciert. So fand das Unternehmen mit dem irischen Konzern Kingspan bereits einen Käufer für sein Bauelemente-Geschäft. Zudem steht nun der italienische Kettenlaufwerkshersteller Berco auf der Verkaufsliste.
Am Ausblick hielt der Vorstand rund anderthalb Monate vor Ablauf des Geschäftsjahres fest. Der bereinigte operative Gewinn ohne die Edelstahlsparte soll bei einem mittleren dreistelligen Millionen-Betrag landen. Nach neun Monaten hat der Konzern 339 Millionen Euro geschafft, das sind 73 Prozent weniger als vor einem Jahr./enl/he
Quelle: dpa-AFX
Schlagwörter
Im Artikel erwähnt...
-
-0,20% 15,00 XETRA THYSSENKRUPP
Eröffnung: 15,11 Tageshoch: 15,17 Tagestief: 15,00 Porträt THYSSENKRUPP
WerbungPassende Hebelprodukte von
| Name | WKN | Hebel |
|---|---|---|
| THYS MiniFuture L 14.2000 open end (RBS) | AA7KZC | 7,553 |
| THYS MiniFuture S 16.1000 open end (RBS) | AA7C2Z | 6,478 |






