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Gewerkschaft ruft Lufthansa-Kabinenpersonal zu Urabstimmung auf
17.07.2012 - 13:25 | Quelle: Dow Jones Newswire Web
Der Deutschen Lufthansa steht womöglich ein Streik des Kabinenpersonals ins Haus. Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hat ihre Mitglieder zur Urabstimmung aufgerufen, nachdem es im Streit um Leiharbeit, Fremdbereederung und Vergütung zu keiner Annäherung zwischen den Parteien gekommen war. Zuletzt habe die Lufthansa einen Lösungsvorschlag der UFO abgelehnt, ohne in den letzten vier Monaten ein eigenes Angebot vorgelegt zu haben, teilte die Gewerkschaft mit.
Die jetzige Urabstimmung ist nötig geworden, um dem Arbeitgeber - in einem letzten Versuch für eine friedliche Einigung - deutlich zu machen, dass das Kabinenpersonal der Lufthansa bereit ist, für den Erhalt des 'Lebensarbeitsplatzes Kabine' notfalls die Arbeit niederzulegen", heißt es in der Mitteilung. Momentan gebe es aber noch keine konkreten Pläne für Streiks. Die Urabstimmung läuft bis zum 7. August.
Die Lufthansa versucht, die Wogen zu glätten. Sie sieht den Gang zur Urne der Arbeitnehmer nicht als konkrete Vorbereitung für einen anstehenden Arbeitskampf, sondern als Abfrage eines aktuellen Stimmungsbildes durch die Gewerkschaft. Die komplexen und deshalb langwierigen Tarifverhandlungen seien weder abgebrochen noch gescheitert, teilte die Lufthansa mit. Deshalb geht das Unternehmen davon aus, sie mit dem Ziel einer Einigung fortzusetzen. Es herrsche eine "konstruktive Atmosphäre".
Die Gewerkschaft sieht den Ball im Feld der Lufthansa. Der Konzern müssen nun ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, das neben der Absicherung gegen Leiharbeit nach drei Jahren Nullrunde unter anderem eine Erhöhung der Gehälter vorsieht.
Um im harten Wettbewerb mit Billigfliegern und Airlines aus der Golfregion bestehen zu können, hat der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Christoph Franz vor geraumer Zeit ein Sparprogramm mit dem Namen Score ausgerufen. Er will den operativen Gewinn bis 2014 um mindestens 1,4 Milliarden Euro verbessern. Um Kosten zu sparen, sind auch Stellenstreichungen nicht ausgeschlossen.
Im April hatte die UFO für rund 18.000 Lufthansa-Flugbegleiter eine Gehaltsverbesserung von 5 Prozent rückwirkend zum 1. Januar 2012 gefordert. Außerdem verlangen die Arbeitnehmer eine Gewinnbeteiligung in Jahren mit überdurchschnittlichen Ergebnissen von bis zu einem Monatsgehalt und den Verzicht auf Fremdbereederung und Leiharbeit.
UFO hatte zuvor gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di über einen neuen Tarifvertrag für 50.000 Lufthansa-Beschäftigte verhandelt. Die Flugbegleiter waren jedoch aus den gemeinsamen Verhandlungen ausgestiegen, nachdem ver.di einem Angebot der Airline Ende Januar zugestimmt hatte. Grund für die Ablehnung war vor allem die geplante Einführung von Leiharbeitern in den Kabinen der Lufthansa.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/mgo/sha
END) Dow Jones Newswires
July 17, 2012 07:25 ET (11:25 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
Die jetzige Urabstimmung ist nötig geworden, um dem Arbeitgeber - in einem letzten Versuch für eine friedliche Einigung - deutlich zu machen, dass das Kabinenpersonal der Lufthansa bereit ist, für den Erhalt des 'Lebensarbeitsplatzes Kabine' notfalls die Arbeit niederzulegen", heißt es in der Mitteilung. Momentan gebe es aber noch keine konkreten Pläne für Streiks. Die Urabstimmung läuft bis zum 7. August.
Die Gewerkschaft sieht den Ball im Feld der Lufthansa. Der Konzern müssen nun ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, das neben der Absicherung gegen Leiharbeit nach drei Jahren Nullrunde unter anderem eine Erhöhung der Gehälter vorsieht.
Um im harten Wettbewerb mit Billigfliegern und Airlines aus der Golfregion bestehen zu können, hat der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Christoph Franz vor geraumer Zeit ein Sparprogramm mit dem Namen Score ausgerufen. Er will den operativen Gewinn bis 2014 um mindestens 1,4 Milliarden Euro verbessern. Um Kosten zu sparen, sind auch Stellenstreichungen nicht ausgeschlossen.
UFO hatte zuvor gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di über einen neuen Tarifvertrag für 50.000 Lufthansa-Beschäftigte verhandelt. Die Flugbegleiter waren jedoch aus den gemeinsamen Verhandlungen ausgestiegen, nachdem ver.di einem Angebot der Airline Ende Januar zugestimmt hatte. Grund für die Ablehnung war vor allem die geplante Einführung von Leiharbeitern in den Kabinen der Lufthansa.
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