Marktberichte
MÄRKTE EUROPA/Kurse treten vor EU-Gipfel auf der Stelle
26.06.2012 - 18:42 | Quelle: Dow Jones Newswire Web
FRANKFURT--Nach der Talfahrt zu Wochenbeginn haben Europas Börsen am Dienstag zwar eine Atempause eingelegt. Allerdings verdichteten sich die Anzeichen, dass sich die Börsianer künftig nicht mehr nur mit der Banken- und Staatsschuldenkrise im Euroraum, sondern auch mit einer sich weltweit abschwächenden Konjunktur herumschlagen werden müssen. "Nach dem Einbruch vom Montag hat das die Kurse aber zunächst einmal nicht mehr deutlich weiter nach unten gezogen. Denn die Erwartungen an den Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU am Donnerstag und Freitag sind mittlerweile so niedrig, dass das Treffen nur noch positiv überraschen kann", sagte ein Händler.
Am Ende des Tages ging der Euro-Stoxx-50 mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 2.128 Punkte aus dem Handel. Der DAX gewann dagegen 0,1 Prozent auf 6.137 Punkte. Besonders kräftig ging es in Lissabon nach unten, wo der PSI-20 um 2,0 Prozent auf 4.556 Punkte nachgab. In Madrid fiel der IBEX-35 um 1,4 Prozent auf 6.528 Punkte. Auch der Euro gab am frühen Dienstagabend zum Dollar nach, erholte sich mit 1,2476 Dollar aber wieder vom zuvor markierten Tagestief von 1,2442 Dollar. Die Konjunktur-Daten aus den USA hatten keine Auswirkungen auf das Handelsgeschehen.
Refinanzierung Italiens und Spaniens bleibt schwierig
Fundamental hellte sich die Lage auch am Dienstag nicht auf. So hat die Ratingagentur Moody's 28 spanische Banken um bis zu vier Stufen herabgestuft, nachdem die Iberer zuvor offiziell die EU um Hilfe bei der Rettung des Bankensystems des Landes gebeten hatten. Zudem ist der designierte griechische Finanzminister bereits wieder zurückgetreten. Für die anstehenden Verhandlungen der EU mit Griechenland sind dies keine guten Voraussetzungen, zumal auch Ministerpräsident Antonis Samaras krankheitsbedingt nicht zum Gipfel reisen wird. Damit scheinen die nächsten Verzögerungen bei den von Athen geforderten Maßnahmen bereits vorprogrammiert.
Auch die Auktionen spanischer und italienischer Anleihen am Vormittag haben nicht zur Beruhigung beigetragen. Beide Länder verzeichneten einen deutlichen Anstieg der Renditen. So muss Spanien nun schon für dreimonatige Schatzwechsel eine Rendite von 2,362 Prozent zahlen, bei der vorangegangenen Auktion waren es noch 0,846 Prozent. "Die Auktion zeigt, dass Spanien weiterhin Schwierigkeiten bei der Refinanzierung hat", sagte ein Analyst. Die Renditen hätten mittlerweile bei allen Laufzeiten "bedenkliche Niveaus" erreicht.
Unternehmen machen in Moll
Kaum zuversichtlicher klangen die Stimmen aus den Unternehmen. Die Geschäftsbedingungen seien inzwischen schlechter als erwartet, sagte etwa Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser. Der Mischkonzern könne daher in diesem Jahr Probleme beim Erreichen seiner Ziele haben. Für die Aktien ging es vor diesem Hintergrund um 1,5 Prozent auf 63,11 Euro nach unten. Mit einer echten Gewinnwarnung kam dann freilich Infineon wenig später daher. Die Papiere brachen um 11,8 Prozent auf 5,35 Euro ein. Für das dritte Quartal rechnet der Halbleiterhersteller nun mit einem leicht rückläufigen Umsatz.
Wir nähern uns nicht nur dem Monatsende, sondern auch dem Quartalsende. Daher will niemand eine solche Aktie auf dem Buch haben", erklärte ein Händler den Abverkauf. Allerdings bereite die Gewinnwarnung auch fundamental Sorge, da Infineon als Frühindikator für die deutsche Automobilindustrie gelten könne. "Es würde mich nicht überraschen, wenn in dieser Hinsicht in den nächsten Tagen noch etwas nachkommt", so der Marktteilnehmer. Europaweit verloren Technologiewerte im Mittel 1,4 Prozent und hatten damit die rote Laterne inne. Für Industriewerte ging es im Schnitt um 1,0 Prozent nach unten.
Am anderen Ende des Kurszettels zogen die Versorger um durchschnittlich 0,7 Prozent an. Die Aktie von RWE legte um 2,9 Prozent auf 30,81 Euro zu, die Titel von E.ON verteuerten sich um 3,3 Prozent auf 15,88 Euro. Die Analysten von Merrill Lynch haben die Einstufungen der beiden Versorger-Aktien angehoben.
Kontakt zum Autor: joerg.jaeger@dowjones.com
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Europäische Schlussindizes von Dienstag, den 26. Juni:
Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2128,20 -2,51 -0,1% -8,1
Stoxx-50 2317,03 4,69 +0,2% -2,2
Stoxx-600 242,60 -0,22 -0,1% -0,8
Frankfurt XETRA-DAX 6136,69 4,30 +0,1% 4,0
London FTSE-100 5446,96 -3,69 -0,1% -2,2
Paris CAC-40 3012,71 -78,19 -0,3% -4,7
Amsterdam AEX 294,05 -4,71 -0,1% -5,9
Athen ATHEX-20 211,64 3,38 +1,6% -20,1
Brüssel BEL-20 2106,24 -20,13 -0,1% 1,1
Budapest BUX 16901,31 95,15 +0,6% -0,4
Helsinki OMXH-25 1786,61 -12,32 -0,7% -8,0
Istanbul NAT30 73031,03 877,50 +1,2% 18,4
Kopenhagen OMXC-20 428,68 -3,40 -0,8% 9,9
Lissabon PSI 20 4694,25 -137,89 -2,0% -17,1
Madrid IBEX-35 6624,00 -95,60 -1,4% -23,8
Mailand FTSE-MIB 12968,18 -145,60 -1,1% -14,1
Moskau RTS 1279,98 10,64 +0,8% -7,4
Oslo OBX 352,19 0,95 +0,3% -1,5
Prag PX 884,10 5,70 +0,6% -3,0
Stockholm OMXS-30 981,64 -3,70 -0,4% -0,6
Warschau WIG-20 2252,23 43,88 +2,0% 5,0
Wien ATX 1855,45 -25,32 -1,3% -1,9
Zürich SMI 5957,72 13,24 +0,2% 0,4
DEVISEN zuletzt '+/- % Di, 8.30 Uhr Mo, 18.08 Uhr
EUR/USD 1,2493 -0,20% 1,2518 1,2480
EUR/JPY 99,2576 -0,55% 99,8113 99,2257
EUR/CHF 1,2010 -0,01% 1,2012 1,2007
USD/JPY 79,4500 -0,37% 79,7465 79,5000
GBP/USD 1,5635 0,30% 1,5588 1,5553
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Kontakt zum Autor: joerg.jaeger@dowjones.com
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DJG/jej/ros
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(END) Dow Jones Newswires
June 26, 2012 12:42 ET (16:42 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
Am Ende des Tages ging der Euro-Stoxx-50 mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 2.128 Punkte aus dem Handel. Der DAX gewann dagegen 0,1 Prozent auf 6.137 Punkte. Besonders kräftig ging es in Lissabon nach unten, wo der PSI-20 um 2,0 Prozent auf 4.556 Punkte nachgab. In Madrid fiel der IBEX-35 um 1,4 Prozent auf 6.528 Punkte. Auch der Euro gab am frühen Dienstagabend zum Dollar nach, erholte sich mit 1,2476 Dollar aber wieder vom zuvor markierten Tagestief von 1,2442 Dollar. Die Konjunktur-Daten aus den USA hatten keine Auswirkungen auf das Handelsgeschehen.
Fundamental hellte sich die Lage auch am Dienstag nicht auf. So hat die Ratingagentur Moody's 28 spanische Banken um bis zu vier Stufen herabgestuft, nachdem die Iberer zuvor offiziell die EU um Hilfe bei der Rettung des Bankensystems des Landes gebeten hatten. Zudem ist der designierte griechische Finanzminister bereits wieder zurückgetreten. Für die anstehenden Verhandlungen der EU mit Griechenland sind dies keine guten Voraussetzungen, zumal auch Ministerpräsident Antonis Samaras krankheitsbedingt nicht zum Gipfel reisen wird. Damit scheinen die nächsten Verzögerungen bei den von Athen geforderten Maßnahmen bereits vorprogrammiert.
Auch die Auktionen spanischer und italienischer Anleihen am Vormittag haben nicht zur Beruhigung beigetragen. Beide Länder verzeichneten einen deutlichen Anstieg der Renditen. So muss Spanien nun schon für dreimonatige Schatzwechsel eine Rendite von 2,362 Prozent zahlen, bei der vorangegangenen Auktion waren es noch 0,846 Prozent. "Die Auktion zeigt, dass Spanien weiterhin Schwierigkeiten bei der Refinanzierung hat", sagte ein Analyst. Die Renditen hätten mittlerweile bei allen Laufzeiten "bedenkliche Niveaus" erreicht.
Kaum zuversichtlicher klangen die Stimmen aus den Unternehmen. Die Geschäftsbedingungen seien inzwischen schlechter als erwartet, sagte etwa Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser. Der Mischkonzern könne daher in diesem Jahr Probleme beim Erreichen seiner Ziele haben. Für die Aktien ging es vor diesem Hintergrund um 1,5 Prozent auf 63,11 Euro nach unten. Mit einer echten Gewinnwarnung kam dann freilich Infineon wenig später daher. Die Papiere brachen um 11,8 Prozent auf 5,35 Euro ein. Für das dritte Quartal rechnet der Halbleiterhersteller nun mit einem leicht rückläufigen Umsatz.
Wir nähern uns nicht nur dem Monatsende, sondern auch dem Quartalsende. Daher will niemand eine solche Aktie auf dem Buch haben", erklärte ein Händler den Abverkauf. Allerdings bereite die Gewinnwarnung auch fundamental Sorge, da Infineon als Frühindikator für die deutsche Automobilindustrie gelten könne. "Es würde mich nicht überraschen, wenn in dieser Hinsicht in den nächsten Tagen noch etwas nachkommt", so der Marktteilnehmer. Europaweit verloren Technologiewerte im Mittel 1,4 Prozent und hatten damit die rote Laterne inne. Für Industriewerte ging es im Schnitt um 1,0 Prozent nach unten.
Am anderen Ende des Kurszettels zogen die Versorger um durchschnittlich 0,7 Prozent an. Die Aktie von RWE legte um 2,9 Prozent auf 30,81 Euro zu, die Titel von E.ON verteuerten sich um 3,3 Prozent auf 15,88 Euro. Die Analysten von Merrill Lynch haben die Einstufungen der beiden Versorger-Aktien angehoben.
Kontakt zum Autor: joerg.jaeger@dowjones.com
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Europäische Schlussindizes von Dienstag, den 26. Juni:
Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2128,20 -2,51 -0,1% -8,1
Stoxx-50 2317,03 4,69 +0,2% -2,2
Stoxx-600 242,60 -0,22 -0,1% -0,8
Frankfurt XETRA-DAX 6136,69 4,30 +0,1% 4,0
London FTSE-100 5446,96 -3,69 -0,1% -2,2
Paris CAC-40 3012,71 -78,19 -0,3% -4,7
Amsterdam AEX 294,05 -4,71 -0,1% -5,9
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Brüssel BEL-20 2106,24 -20,13 -0,1% 1,1
Budapest BUX 16901,31 95,15 +0,6% -0,4
Helsinki OMXH-25 1786,61 -12,32 -0,7% -8,0
Istanbul NAT30 73031,03 877,50 +1,2% 18,4
Kopenhagen OMXC-20 428,68 -3,40 -0,8% 9,9
Lissabon PSI 20 4694,25 -137,89 -2,0% -17,1
Madrid IBEX-35 6624,00 -95,60 -1,4% -23,8
Mailand FTSE-MIB 12968,18 -145,60 -1,1% -14,1
Moskau RTS 1279,98 10,64 +0,8% -7,4
Oslo OBX 352,19 0,95 +0,3% -1,5
Prag PX 884,10 5,70 +0,6% -3,0
Stockholm OMXS-30 981,64 -3,70 -0,4% -0,6
Warschau WIG-20 2252,23 43,88 +2,0% 5,0
Wien ATX 1855,45 -25,32 -1,3% -1,9
Zürich SMI 5957,72 13,24 +0,2% 0,4
DEVISEN zuletzt '+/- % Di, 8.30 Uhr Mo, 18.08 Uhr
EUR/USD 1,2493 -0,20% 1,2518 1,2480
EUR/JPY 99,2576 -0,55% 99,8113 99,2257
EUR/CHF 1,2010 -0,01% 1,2012 1,2007
USD/JPY 79,4500 -0,37% 79,7465 79,5000
GBP/USD 1,5635 0,30% 1,5588 1,5553
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Kontakt zum Autor: joerg.jaeger@dowjones.com
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Im Artikel erwähnt...
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