Investmentecke
Trendwende beim Euro - Bald wieder bei 1,30 Dollar?
17.08.2012 - 09:00 | Quelle: Investmentecke
Analysten verwiesen zur Erklärung auf enttäuschende Signale von wichtigen Sentiment-Indikatoren wie dem Philly-Fed-Index oder dem Empire-State-Index. Die beiden Indizes geben Aufschluss über die aktuelle Lageeinschätzung von Unternehmen in den wichtigen Wirtschaftsregionen Philadelphia und New York (State) und hatten bei der aktuellen Umfrage beide im negativen Bereich gelegen.
Demgegenüber stehen die Einschätzungen der volkswirtschaftlichen Analysten bei den großen Investmenthäusern. Die hatten zuletzt eher düstere Prognose erstellt und den Euro-Dollar-Kurs per Jahresende überwiegend mehr oder minder deutlich unter 1,20 angesiedelt.
Wer am Ende Recht behält, entscheidet dieses Mal aber nicht der Markt (Vorsicht Phrase!), sondern wohl eher das Bundesverfassungsgericht, Mario Draghi und Angela Merkel. Das Verfassungsgericht befindet im September über den Rettungsschirm ESM. Der EZB-Chef steht Gewehr bei Fuß um zur Not wieder Staatsanleihen aus Südeuropa aufzukaufen, wobei Angela Merkel gestern ihren ersten öffentlichen nach dem Urlaub dazu genutzt hat, Draghi den Rücken zu stärken. Zudem darf sie sich jetzt auch wieder zu den immer häufiger aus dem Kreis der Regierungsparteien vorgetragenen Forderungen nach einer harten Haltung gegen Griechenland äußern.
Klassische Call-Optionsscheine mit entsprechend mutigen Basispreisen bei 1,30 gibt es zum Beispiel bei der Deutschen Bank (DX1BXF, Fälligkeit 26.11.12) und Vontobel (VT3Z4Z, 14.12.12). Die reale Hebelkraft (Omega) beider Papiere liegt derzeit weit über 30, wobei die "normalen" Optionsscheine anders als Knock-Outs nicht Gefahr laufen vorzeitig durch eine kurze Bewegung in die falsche Richtung ausgebremst zu werden. Trotzdem gilt natürlich, dass die Zielmarke von 1,30 möglichst rasch erreicht werden sollte, um mit den Papieren Gewinne zu erzielen. Denn bei der Endabrechnung bringen ja nur die Währungspunkte oberhalb der Basis bei 1,30 Geld ein. Folglich würde dann ein Anstieg bis zu dieser Marke nichts mehr nützen. Geht es mit dem Euro hingegen schneller nach oben, dann kann es auch sehr rasant nach oben gehen.
Bei dem Vontobel-Schein etwa würde Szenariorechnungen zufolge ein Durchmarsch zur 1,30 bis Mitte September zu einem rechnerischen Kursplus von mehr als 200 Prozent führen. Mit Blick auf den Zeitplan wäre dies - bei entsprechend "richtigen" Meldungen - durchaus denkbar: Die nächste EZB-Sitzung ist am 6. September. Am 12. meldet sich die FED wieder zu Wort und zuvor verkünden die Verfassungsrichter, was sie zum ESM zu sagen haben ...
Ralf Andreß



