Marktberichte
ANALYSE/BNP Paribas: Volatiler Aktienmarkt im Schatten der Eurokrise
21.06.2012 - 16:00 | Quelle: dpa-AFX
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Staatsschuldenkrise im Euroraum wird die Marktstimmung nach Ansicht der Experten der französischen Bank BNP Paribas bis zu ihrer dauerhaften Lösung belasten. 'Das Umfeld für Schaukelbörsen besteht fort', sagte am Donnerstag in Frankfurt Reinhold Knaus, Senior Economist und Portfoliomanager von BNP Paribas Investment Partners.
Zwar könne die Politik mit verschiedensten Maßnahmen - etwa erneuten langfristigen Refinanzierungsgeschäften der EZB, Zinssenkungen oder einer europäischen Bankenaufsicht und Einlagensicherung - auf die Krise reagieren, ergänzte William De Vijlder, CIO Strategy bei BNP Paribas Investment Partners. Doch die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit sei eine Herausforderung. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass dies in der Regel ein langer Prozess sei. Wichtig sei daher nicht nur die Wahl der Maßnahmen, sondern auch deren Kommunikation.
In den Augen der beiden Fachleute wird die europäische Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte stagnieren. Die teils großen Unterschiede zwischen den Ländern hätten allerdings Bestand. Während südeuropäische Staaten in der Krise steckten, befinde Deutschland sich zwar in einer Abschwächung, eine Rezession jedoch drohe nicht. Positiv sei die Abwertung des Euro zum US-Dollar , bei der es noch Spielraum nach unten gebe. Diese helfe, die Ungleichgewichte in der Eurozone abzubauen. Die südeuropäischen Länder würden wettbewerbsfähiger. Allerdings brauchten derartige Anpassungsprozesse ihre Zeit. Auch die Europäische Zentralbank dürfte mit einer Leitzinssenkung eingreifen und für Impulse sorgen.
Die USA dürften weiter mäßig wachsen, schätzt De Vijlder. Sollte es zu einer neuerlichen Konjunkturschwäche kommen, werde die Fed zudem handeln. Für Spannungen könnte allerdings der fiskalpolitische Konsolidierungszwang sorgen, wenngleich hierbei erst 2013 zum Entscheidungsjahr werde. Auf dem Sprung aus der Wachstumsdelle heraus seien derweil die Schwellenländer, nachdem viele ihrer Notenbanken die Leitzinsen gesenkt haben. Mit Blick auf China erwarten die Experten eine weiche Landung. Zwar lasse die chinesische Konjunktur nach, doch sei ausreichend geld- und fiskalpolitischer Spielraum vorhanden, um einen Absturz zu vermeiden.
Vor diesem Hintergrund dürfte der Aktienmarkt weiter schwanken, sagte Knaus. Anleger sollten sich ihre Risikobereitschaft klarmachen und dann nach geeigneten Investments mit für sie akzeptablen Risiken suchen. Absolut gesehen seien Aktien gegenwärtig weder teuer noch billig, im Vergleich zu Renten seien sie allerdings niedrig bewertet. Dafür gebe es allerdings nur einen Grund: Die Risikoscheu der Anleger. Das Potenzial von Aktien sei nicht allzu hoch. Das begründet der Experte mit den außerordentlich hohen Gewinnspannen der Unternehmen, die wegen des anhaltenden Schulden- und Risikoabbaus sowie der Straffung der Fiskalpolitik unter Druck geraten dürften. Gleichzeitig begrenzten allerdings mögliche politische Maßnahmen die Verlustrisiken.
Vor diesem Hintergrund riet Knaus, Aktien aus Industriestaaten unterzugewichten und Papiere aus Schwellenländer vorzuziehen, da diese langfristig attraktiv seien. Für eine positivere Einschätzung risikobehafteter Wertpapiere brauche es erhebliche Fortschritte bei der Lösung der Krise in der Eurozone und deutlich bessere Perspektiven für die Konjunktur außerhalb Europas./mis/la/stw
Quelle: dpa-AFX
Zwar könne die Politik mit verschiedensten Maßnahmen - etwa erneuten langfristigen Refinanzierungsgeschäften der EZB, Zinssenkungen oder einer europäischen Bankenaufsicht und Einlagensicherung - auf die Krise reagieren, ergänzte William De Vijlder, CIO Strategy bei BNP Paribas Investment Partners. Doch die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit sei eine Herausforderung. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass dies in der Regel ein langer Prozess sei. Wichtig sei daher nicht nur die Wahl der Maßnahmen, sondern auch deren Kommunikation.
Die USA dürften weiter mäßig wachsen, schätzt De Vijlder. Sollte es zu einer neuerlichen Konjunkturschwäche kommen, werde die Fed zudem handeln. Für Spannungen könnte allerdings der fiskalpolitische Konsolidierungszwang sorgen, wenngleich hierbei erst 2013 zum Entscheidungsjahr werde. Auf dem Sprung aus der Wachstumsdelle heraus seien derweil die Schwellenländer, nachdem viele ihrer Notenbanken die Leitzinsen gesenkt haben. Mit Blick auf China erwarten die Experten eine weiche Landung. Zwar lasse die chinesische Konjunktur nach, doch sei ausreichend geld- und fiskalpolitischer Spielraum vorhanden, um einen Absturz zu vermeiden.
Vor diesem Hintergrund dürfte der Aktienmarkt weiter schwanken, sagte Knaus. Anleger sollten sich ihre Risikobereitschaft klarmachen und dann nach geeigneten Investments mit für sie akzeptablen Risiken suchen. Absolut gesehen seien Aktien gegenwärtig weder teuer noch billig, im Vergleich zu Renten seien sie allerdings niedrig bewertet. Dafür gebe es allerdings nur einen Grund: Die Risikoscheu der Anleger. Das Potenzial von Aktien sei nicht allzu hoch. Das begründet der Experte mit den außerordentlich hohen Gewinnspannen der Unternehmen, die wegen des anhaltenden Schulden- und Risikoabbaus sowie der Straffung der Fiskalpolitik unter Druck geraten dürften. Gleichzeitig begrenzten allerdings mögliche politische Maßnahmen die Verlustrisiken.
Quelle: dpa-AFX






