Investmentecke
Telefonica Deutschland - IPO mit üppiger Dividende und günstigen Turbos
30.10.2012 - 09:00 | Quelle: Investmentecke
Die durchaus vorzeigbaren Erfolge der deutschen Tochter wurden daher genutzt, um zumindest einen kleinen Teil dieser Schulden abzutragen. Rund 1,45 Milliarden Euro nimmt Telefonica durch den Börsengang ein. O2 hatte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres das Nettoergebnis dank steigender Kundenzahlen und geringerer Kosten mehr als verdoppelt und die operative Marge im zweiten Quartal um 2,3 Prozentpunkte auf 25,7 Prozent erhöht. Die Ergebnisse zum dritten Quartal werden am 7. November präsentiert. Um potenzielle Käufer der neuen Aktien durch diesen unmittelbar auf das IPO folgenden Termin nicht zu verunsichern, hat der Vorstand im Vorfeld der Zahlenbekanntgabe bereits ein "gutes Wachstum in vielen Kennzahlen" in Aussicht gestellt.
Ungewöhnlich, letztendlich aber gut durchdacht war im Vorfeld die mehrfach eingeengte Preisspanne. Nach ursprünglich 5,25 bis 6,50 Euro konnten sich interessierte Investoren kurz vor dem Ende der Zeichnungsfrist bereits sicher auf einen Preis zwischen 5,50 und 5,60 Euro einstellen. Das war auch deshalb so interessant, weil die Aktien im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz am Montag leicht über dem oberen Ende dieser Spanne gehandelt wurden. Zumindest kleine Zeichnungsgewinne schienen also möglich. Und auch die Bewertung des Unternehmens ist auf diesem Niveau mit dem 5,4-fachen des 2011 erzielten operativen Gewinns nach Ansicht von Analysten nicht übertrieben hoch.
Für risikofreudige Anleger, die auf eine positive Entwicklung der Aktie in den kommenden Tagen spekulieren (Verkäufe von Altaktionären drohen kurzfristig wohl keine, stattdessen dürften die Banken den Kurs erst einmal stützen), haben einige Emittenten auch bereits entsprechende Hebelprodukte zur Verfügung gestellt. Klassische Optionsscheine von Vontobel waren sogar schon am Montag über die Börse handelbar. Die DZ Bank und HSBC Trinkaus haben ebenfalls Scheine emittiert. Die Erfahrung früherer Börsengänge zeigt allerdings (unabhängig vom Emittenten), dass es bei Optionsscheinen aufgrund des Vola-Einflusses in den ersten Tagen nach dem IPO nicht selten unliebsame Überraschungen für Anleger gibt. Mangels Erfahrungswerten muss die implizite Volatilität als wichtige Kennzahl für die Preisbestimmung der Scheine von den Banken zu Beginn geschätzt werden. Und da preist man dann gerne mal einen kleinen Sicherheitsaufschlag mit ein, was die Scheine vergleichsweise teuer und anfällig für Rückschläge (auch ohne fallende Aktienkurse) macht.
Thomas Koch
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