Konjunkturprogramme und billiges Geld haben Japans Wirtschaft im ersten Quartal stark wachsen lassen. Wird sich die Erholung der japanischen Wirtschaft fortsetzen?
Aktienidee - Diese fünf Dax-Werte gehören jetzt ins Portfolio!
11.10.2012 - 09:00 | Quelle: Investmentecke
Technische Analyse ist für viele Anleger nicht mehr als das sinnlose Einzeichnen irgendwelcher Linien in den Kurschart, was dann für wilde Interpretationen genutzt wird. Darüber kann man diskutieren. Die Charttechniker von HSBC Trinkaus beweisen allerdings des Öfteren, dass es sich bei dieser Art der Analyse um wesentlich mehr handelt. So werten die Strategen etwa regelmäßig die Märkte nach auffälligen, wiederkehrenden Entwicklungen aus. Ein interessantes Beispiel dafür ist der Zusammenhang zwischen der Performance der Aktien in den ersten neun Monaten eines Jahres und dem Schlussquartal. Seit 2001 haben zum Beispiel im deutschen HDax (alle Titel aus Dax, MDax und TecDax) knapp 72 Prozent der Gewinner-Aktien der ersten 9 Monate auch in den letzten drei Monaten des jeweiligen Jahres eine positive Performance erzielt. Mit einem Kursplus von gut 7,7 Prozent wurde dabei auch der Index (plus sechs Prozent) geschlagen. Eine mögliche Erklärung dafür liefert das so genannte "window dressing", bei dem Fondsmanager die relativ starken Aktien zum Jahresende hin verstärkt kaufen, um diese Gewinner-Titel dann auch offiziell in den "Top-Positionen" ihrer Potfolios ausweisen zu können. In der Praxis lassen sich diese interessanten Erkenntnisse in diesem Jahr allerdings nur schwer nutzen. Denn von den insgesamt 110 Aktien wiesen per Ende September mehr als 90 Titel eine positive Wertentwicklung aus. Und wer will (oder kann) die schon alle einzeln kaufen?
Eine kurzfristig wesentlich leichter umzusetzende Strategie haben die Analysten vor fast genau zwei Jahren vorgestellt. Damals wurde unter dem Leitsatz "Die Letzten werden die Ersten sein" darauf verwiesen, dass sich statistisch betrachtet die fünf Dax-Werte mit der bis Ende September schlechtesten Performance im Schlussquartal überdurchschnittlich gut geschlagen haben. In mehr als 70 Prozent des über zwölf Jahre andauernden Testzeitraums konnten mit diesen "Rohrkrepierern" in den letzten drei Monaten des Jahres Gewinne erzielt werden. Der durchschnittliche Anstieg lag bei gut 14 Prozent, der Dax kam "nur" auf ein Plus von knapp neun Prozent. Von daher lohnt sich ein schneller Blick auf die Flops der ersten drei Quartale 2012. Im Dax waren das (ohne Berücksichtigung der Dividendenausschüttungen) die Aktien von Metro (mittlerweile in den MDax abgestiegen), Infineon, ThyssenKrupp, der Deutschen Börse und der Deutschen Telekom.
Nun sind im Oktober zwar schon einige Tage verstrichen, ein Nachteil muss das aber nicht unbedingt sein. Bei Metro zum Beispiel kann man nach dem jüngsten Kurssturz in Folge der Gewinnwarnung jetzt deutlich günstiger einsteigen, wenn man sich denn traut. Genau wie Infineon befindet sich der Kurs auch hier zumindest in der Nähe einer langfristigen charttechnischen Unterstützung, so dass mit engem Stoppkurs durchaus mal eine riskante Turnaround-Wette gestartet werden kann. Ebenfalls an Wert verloren haben seit dem Monatswechsel die Deutsche Börse und die T-Aktie, während ThyssenKrupp gegen den Gesamtmarkttrend leicht zulegen konnte. Für mutige Anleger bietet sich mit Blick auf die vorgestellte Strategie aber wohl am ehesten ein Mix aus allen fünf Werten an. Alternativ kann mit den hier schon des Öfteren vorgestellten Alpha-Produkten (von der DZ Bank und zum Teil auch Vontobel) rein auf eine Outperformance der Aktien gegenüber dem Dax gesetzt werden. Ende Dezember wird dann abgerechnet, denn für das Startquartal bietet die Historie schon wieder gänzlich neue potenzielle Erfolgsstrategien.
Investmentecke Die exklusive Anlagekolumne von Ralf Andreß und Thomas Koch
Exklusiv auf finanztreff.de besprechen Ralf Andreß und Thomas Koch täglich interessante Produkte und Anlagestrategien rund um den Derivatebereich.
Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit beinahe 15 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate zum "Journalist des Jahres" gekürt.
Thomas Koch ist CEFA-Invest-mentanalyst, Investmentspezialist für strukturierte Produkte (ISSP) und geprüfter Zertifikateberater (EDA). Seit 2004 beschäftigt er sich als freier Journalist schwerpunktmäßig mit dem Markt für Zertifikate und Hebelprodukte und ist u.a. für das Fachmagazin "Der Zertifikateberater" und hauptverantwortlich für den Newsletter "Platow Derivate" tätig.