Investmentecke
Euro-Ausweg Teil 2 - Noch mehr Fluchtwährungen mit Hebel
07.09.2012 - 09:00 | Quelle: Investmentecke
Gestört wird die neue Jubelstimmung eigentlich nur dadurch, dass die Begeisterung so allumfassend war. Dass Bankaktien steigen, klar. Die noch in ihren Beständen liegenden Staatsanleihen steigen im Wert und vorerst müssen keine neuen Haircuts gefürchtet werden. Dass Anleihen aus Spanien und Italien abheben, logisch. Zumindest am kurzen Ende herrscht jetzt eine Art Rückzahlungsgarantie durch die europäischen Steuerzahler.
Merkwürdig ist allerdings, dass auch der Euro einen ordentlichen Satz nach oben gemacht hat. Nicht so sehr gegenüber dem Dollar, aber gegenüber den meisten zuletzt als Fluchtwährung genutzten Devisen wie dem Franken oder den Nicht-Euro-Währungen aus Skandinavien. So ganz nachvollziehbar ist diese Euro-Begeisterung nicht. Zwar steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Gemeinschaftswährung fürs erste nicht auseinander fällt, andererseits wird der Euro durch die Ausweitung der Angebotsmenge nicht eben sicherer.
Möglich also, dass der Aufschwung von kurzer Dauer war und nur deshalb zu Stande kam, weil das Nicht-Euro-Ausland schnell ein paar Euros benötigte, um damit europäische Aktien zu kaufen. Wer Draghis Braten nicht traut, für den hat sich jedenfalls nicht viel geändert. Und da kann es dann auch weiter Sinn machen, sich ein wenig gegen eine Ab- und Entwertung des Euro abzusichern.
Statt Indonesien & Co. setzt die neue Garant 100 Währungskorbanleihe (WKN: CS8FX2, Zeichnung bis 24.9.) ) auf die Kronen aus Schweden und Norwegen, sowie auf den Austral-Dollar und den chinesischen Renmimbi. Davon abgesehen ist die Funktionsweise weitgehend identisch, wobei die Sicherungslinie hier bei 100% liegt. Soll heißen: Wenn der Euro entgegen allen Befürchtungen oder Hoffnungen doch wieder steigt oder stabil bleibt, dann gibt es am Ende eben jene 1000 Euros wieder zurück. Verliert er allerdings, dann erhalten Anleger bei Fälligkeit (2017!) die 1,5-fache Wertsteigerung des Devisenkorbs als Abschlusskupon ausgezahlt. Abgesehen von der Null-Zins-Gefahr und einem Verlust des anfangs zu zahlenden Ausgabeaufschlags gehen Anleger mithin selbst wenn es schief geht, keine großen Risiken ein.
Ralf Andreß
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