Dax im Fokus - 20 Prozent Kurseinbruch im Herbst, dann kommt die Rally
28.06.2012 - 09:00 | Quelle: Investmentecke
Auch das noch. Als ob uns die Aktienmärkte nicht schon genug Nerven kosten würden, steht uns jetzt nach Ansicht der "Mußler Briefe" auch noch ein extrem schwacher Herbst bevor. Nun gibt es ohne Zweifel unendlich viele "Experten", die sich mal so und mal so zu den Aussichten der Märkte äußern. Das eine Mal liegen die Optimisten besser und das andere Mal behalten die Skeptiker Recht. Die vorgetragenen Argumente sind dabei in der Regel logisch nachvollziehbar. Was allerdings für beide Seiten gilt. Das "Schöne" an der Börse ist ja, dass man eigentlich jede potenzielle Kursbewegung immer ganz logisch erklären und begründen kann. Man weiß vorher halt nur nie, welches der jederzeit möglichen Szenarien nun gerade eintritt. Was nebenbei gesagt auch gar nicht möglich ist. Denn trotz aller Analysetechniken entscheiden am Ende des Tages immer noch die aktiven Anleger, ob sie die Aktien zu den jeweiligen Kursen kaufen oder nicht. Dabei spielen oftmals ganz persönliche Dinge eine Rolle, die mit der Bewertung der Aktien rein gar nichts zu tun haben. Deshalb kann man die Entwicklung von Aktienkursen auch nicht mit hundertprozentiger Genauigkeit vorhersagen.
Bei den "Mußler Briefen" ist es jetzt aber so, dass der charttechnisch geprägte Börsenbrief mit seinen mittelfristigen Einschätzungen für den Dax in diesem Jahr tendenziell recht gut lag, weshalb die aktuelle Studie hier auch mal Erwähnung finden darf. Im März warnten die Redakteure nämlich vor einer drohenden Korrektur, die dann ja auch kam. Zwar waren die Rückschläge heftiger und langwieriger als erwartet, zum nachhaltigen Einstieg wurde seitdem aber nicht mehr geblasen, was sich mit Blick auf die Kursentwicklung ebenfalls als richtig erwiesen hat. Nun sehen die Charttechniker nach einer möglichen Erholung im Sommer gute Chancen, dass der dritte Jahresabschnitt seinem Ruf als schwächstes Quartal wieder alle Ehre machen wird. Kursrückgänge von rund 20 Prozent vom aktuellen Niveau aus sollten dabei keine große Überraschung darstellen. Die von November 2011 bis Mitte März gesehene Dax-Rally war demnach nichts anderes als eine normale Gegenbewegung auf den vorherigen Absturz, dem fast zwingend eine weitere (noch weiter anhaltende) Abwärtswelle folgen muss.
Doch es gibt auch gute Nachrichten Aus Sicht der "Mußler Briefe" befindet sich der Dax im ganz langfristigen Bild nämlich in einem ansteigenden Dreieck. Dessen obere Kante stellt das Allzeithoch bei rund 8150 Punkten dar und nach unten hin gilt der durch die Verbindung der beiden Tiefpunkte 2003 und 2009 entstandene Aufwärtstrend als Begrenzung. Dieser verläuft aktuell bei rund 4700 Punkten. Solange diese Marke nicht nachhaltig unterschritten wird, bleibt der Trend nach Ansicht des Chartexperten weiter intakt. Und sollte sich der Dax tatsächlich wie prognostiziert in Richtung dieses auch aus anderen Gründen bedeutenden Kursniveaus bewegen, würde ein solches "Crashszenario" in eine "richtig goldene Kaufgelegenheit für den mittel- und langfristigen Anleger münden". Streng nach Lehrbuch sollte es demnach erst zu einem Kurseinbruch und dann zu einer Jahresendrally kommen. Eine interessante Prognose, deren Trefferquote wir im weiteren Jahresverlauf natürlich überprüfen werden. Sicher ist heute nur eines: An Gründen, warum der Dax sich tatsächlich so oder auch genau anders verhalten hat, wird es Analysten und Marktbeobachtern im Nachhinein auf keinen Fall fehlen!
Investmentecke Die exklusive Anlagekolumne von Ralf Andreß und Thomas Koch
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Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit beinahe 15 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate zum "Journalist des Jahres" gekürt.
Thomas Koch ist CEFA-Invest-mentanalyst, Investmentspezialist für strukturierte Produkte (ISSP) und geprüfter Zertifikateberater (EDA). Seit 2004 beschäftigt er sich als freier Journalist schwerpunktmäßig mit dem Markt für Zertifikate und Hebelprodukte und ist u.a. für das Fachmagazin "Der Zertifikateberater" und hauptverantwortlich für den Newsletter "Platow Derivate" tätig.