Wirtschaft & Politik
JPMorgan handelt sich Klagen nach Milliardenverlust ein
17.05.2012 - 07:23 | Quelle: dpa-AFX
NEW YORK (dpa-AFX) - Die schief gegangenen Zockereien bringen JPMorgan Chase weiteren Ärger ein. Mindestens zwei Anleger haben unabhängig von einander Klagen eingereicht, weil die Aktien der US-Großbank im Keller sind. Sie fühlen sich vom Management hinters Licht geführt und werfen Bankchef Jamie Dimon sowie Finanzchef Douglas Braunstein vor, die Risiken jener Finanzwetten schöngeredet zu, die am Ende zu einem Spekulationsverlust von 2 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro) führten.
Nach der Bekanntgabe des Fehlschlags vor einer Woche war die Aktie von Amerikas größtem Kreditinstitut um 9 Prozent eingebrochen. Binnen zwei Handelstagen seien mehr als 18,8 Milliarden Dollar an Börsenwert verpufft, erklärten die Anwälte des Saratoga AdvantageTrust in ihrer am Mittwoch bekanntgewordenen Klageschrift. Sie verlangen Wiedergutmachung und streben eine der gefürchteten Sammelklagen an, der sich weitere Geschädigte anschließen können.
Nach Angaben der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg hat der Kalifornier James Baker ebenfalls Klage vor dem Bezirksgericht von Manhattan eingereicht. Auch er bezieht sich demnach auf Äußerungen von Bankchef Dimon, der noch im April mehrere Medienberichte über ungewöhnlich große und riskante Finanzwetten der Bank als 'Sturm im Wasserglas' abgetan hatte. Dimon verteidigte sich zwischenzeitlich, er habe es damals nicht besser gewusst.
Die US-Finanzaufsichtsbehörden sowie die Bundespolizei FBI schauen sich bereits die verlustreichen Geschäfte von JPMorgan an, wobei noch vollkommen unklar ist, ob die Bank gegen Gesetze verstoßen hat. Der Milliardenverlust hat überdies in Washington den Unterstützern der sogenannten 'Volcker Rule' Auftrieb gegeben, die das Spekulieren mit eigenem Geld bei den Banken unterbinden soll. JPMorgan-Chef Dimon ist einer der größten Gegner der Regel./das/DP/stb
Quelle: dpa-AFX
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