Branchen - Automobile
Flughafen-Desaster überschattet Bürgerfest in Schönefeld
13.05.2012 - 14:29 | Quelle: dpa-AFX
SCHÖNEFELD (dpa-AFX) - Nach der verpatzten Eröffnung des neuen Hauptstadt-Airports reißt die Kritik an den Verantwortlichen nicht ab. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) warf der Flughafengesellschaft am Wochenende Versagen vor. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) schließt ein personelles Nachspiel nicht mehr aus. Man werde die gemachten Fehler aufarbeiten, 'und gegebenenfalls müssen auch Konsequenzen gezogen werden', sagte Wowereit am Samstag bei einem Bürgerfest auf dem Flughafengelände. Dorthin strömten am Wochenende ungeachtet des verschobenen Eröffnungstermins Zehntausende Besucher.
Ramsauer machte seinem Ärger in mehreren Interviews Luft. 'Durch das Missmanagement des Flughafens steht die Hauptstadtregion nun blamiert da', sagte er dem Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel'. Im 'Focus' mahnte der CSU-Politiker ein Ende der 'Pannenserie' an. 'Es geht beim BER schließlich um ein international renommiertes Großprojekt und nicht um den Bau einer Pommes-Bude.' Deshalb forderte er 'eine wasserdichte Projektplanung' sowie einen genauen Terminplan, der auch wirklich eingehalten werden könne.
Wowereit will möglichst schon am Mittwoch bei der nächsten Aufsichtsratssitzung einen neuen Eröffnungstermin finden: 'Wir hoffen, dass wir an diesem Mittwoch dann den belastbaren Termin auch festlegen können.' Die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag, Renate Künast, warnte davor, auf das 'Prinzip Hoffnung' zu setzen. 'Der nächste Eröffnungstermin muss ohne Wenn und Aber klappen. Jetzt darf es keine politisch motivierten Fehlschüsse mehr geben.'
Einem 'Focus'-Bericht zufolge wäre der Flughafen auch ohne die Probleme beim Brandschutz nicht rechtzeitig startklar gewesen. Laut eines Expertenberichts seien wichtige Prozesse von Check-In über Zoll bis Boarding und Bodenverkehr im April nur zu 52 Prozent betriebsbereit gewesen.
Flughafen-Sprecher Ralf Kunkel wies allerdings die Darstellung zurück, der Airport sei zu diesem Zeitpunkt nur halb fertig gewesen. Im April seien lediglich 52 Prozent aller Prozesse erfolgreich getestet gewesen - der Rest sei zwar zum Teil noch nicht stabil gelaufen, zum Teil aber auch einfach noch nicht einem entsprechenden Test unterzogen worden. 'Es ist und bleibt so, dass der Brandschutz der Grund für die Verschiebung der Eröffnung war', betonte Kunkel.
Nach 'Spiegel'-Informationen gab es jedoch schon im Herbst 2010 Zweifel an der Terminplanung. Selbst am 26. April 2012 - zwei Wochen, bevor der Eröffnungstermin gekippt wurde - habe die Flughafengesellschaft laut eines internen Protokollentwurfs noch an der geplanten Eröffnung festgehalten, obwohl 'die Bauarbeiten derzeit etwa zwei Monate im Rückstand sind'. Flughafen-Chef Rainer Schwarz, der ebenfalls beim Flughafen-Fest sprach, betonte jedoch, neben den Problemen mit der Brandschutzanlage seien zwar weitere technische Mängel vorhanden gewesen, sie hätten der für 3. Juni geplanten Eröffnung jedoch nicht im Weg gestanden.
Schwarz und Wowereit gelten als Hauptverantwortliche für das Desaster in Schönefeld. Ihre Auftritte auf dem Bürgerfest wurden deshalb vereinzelt von Zwischenrufen und Häme begleitet. Nach Angaben der Potsdamer Staatskanzlei wollte sich am Sonntag auch der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) in Schönefeld blicken lassen - allerdings ohne dort auf einer Bühne zu reden. Unter dem Motto 'Rund ums Terminal' konnten Berliner und Brandenburger zwei Tage lang das neue Airport-Gelände besuchen. Die Flughafengebäude blieben allerdings verschlossen./ax/DP/he
Quelle: dpa-AFX
Ramsauer machte seinem Ärger in mehreren Interviews Luft. 'Durch das Missmanagement des Flughafens steht die Hauptstadtregion nun blamiert da', sagte er dem Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel'. Im 'Focus' mahnte der CSU-Politiker ein Ende der 'Pannenserie' an. 'Es geht beim BER schließlich um ein international renommiertes Großprojekt und nicht um den Bau einer Pommes-Bude.' Deshalb forderte er 'eine wasserdichte Projektplanung' sowie einen genauen Terminplan, der auch wirklich eingehalten werden könne.
Einem 'Focus'-Bericht zufolge wäre der Flughafen auch ohne die Probleme beim Brandschutz nicht rechtzeitig startklar gewesen. Laut eines Expertenberichts seien wichtige Prozesse von Check-In über Zoll bis Boarding und Bodenverkehr im April nur zu 52 Prozent betriebsbereit gewesen.
Flughafen-Sprecher Ralf Kunkel wies allerdings die Darstellung zurück, der Airport sei zu diesem Zeitpunkt nur halb fertig gewesen. Im April seien lediglich 52 Prozent aller Prozesse erfolgreich getestet gewesen - der Rest sei zwar zum Teil noch nicht stabil gelaufen, zum Teil aber auch einfach noch nicht einem entsprechenden Test unterzogen worden. 'Es ist und bleibt so, dass der Brandschutz der Grund für die Verschiebung der Eröffnung war', betonte Kunkel.
Schwarz und Wowereit gelten als Hauptverantwortliche für das Desaster in Schönefeld. Ihre Auftritte auf dem Bürgerfest wurden deshalb vereinzelt von Zwischenrufen und Häme begleitet. Nach Angaben der Potsdamer Staatskanzlei wollte sich am Sonntag auch der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) in Schönefeld blicken lassen - allerdings ohne dort auf einer Bühne zu reden. Unter dem Motto 'Rund ums Terminal' konnten Berliner und Brandenburger zwei Tage lang das neue Airport-Gelände besuchen. Die Flughafengebäude blieben allerdings verschlossen./ax/DP/he
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