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UPDATE: Allianz bleibt trotz Gewinneinbruch operativ auf Kurs
11.11.2011 - 08:49 | Quelle: Dow Jones Newswire Web
--Nettogewinn bricht wegen hoher Abschreibungen überraschend stark um 85% ein
--Operatives Ergebnis sinkt weniger als erwartet um 7%
--Operative Gewinnprognose bestätigt
Durchgehend neu mit weiteren Details)
Von Jörn Rehren
DOW JONES NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Die jüngsten Marktverwerfungen haben der Allianz das Nettoergebnis überraschend stark verhagelt, den weltgrößten Versicherer operativ aber nicht aus der Bahn geworfen. Der Nettogewinn brach im dritten Quartal wegen hoher Abschreibungen auf Aktien und Griechenlandanleihen sowie einer deutlich erhöhten Steuerquote um 85% auf 196 Mio EUR ein. Analysten hatten dreimal so viel erwartet.
Das operative Ergebnis, an dem sich der DAX-Konzern in seinen Jahreszielen orientiert, gab dagegen mit 7% deutlich weniger nach und lag mit 1,91 Mrd EUR rund 10% über der Konsensschätzung. An dem für 2011 angepeilten Ziel eines operativen Gewinns von 7,5 Mrd bis 8,5 Mrd EUR hält Allianz-Chef Michael Diekmann deshalb fest. Für das Schlussquartal rechnet er daher mit einem operativen Plus von mindestens 1,63 Mrd EUR, was Analysten für erreichbar halten.
Dass unterm Strich so wenig in den Kassen der Allianz blieb, lag vor allem an nicht-operativen Wertminderungen von 931 Mio EUR. Diese entfielen zum größten Teil auf Aktien, vor allem aus dem Bankensektor. Die Allianz hat von diesen deutlich mehr in ihrem Portfolio als etwa die Rückversicherungskollegen aus München und Hannover. Aber auch erneute Abschreibungen auf Griechenlandanleihen schlugen mit 198 Mio EUR zu Buche. Zudem erhöhte sich die Steuerquote auf 60% nach zuvor gut 34%, weil die meisten Wertminderungen steuerlich nicht berücksichtigt werden.
Finanzvorstand Oliver Bäte sieht den Konzern trotz der Schwankungen an den Kapitalmärkten auf Zielkurs. "Aufgrund unserer soliden operativen Ertragslage und unserer Kapitalstärke hält die Allianz diesen Widrigkeiten weiterhin gut stand', sagte er. Dabei stützt sich der Manager auf eine nahezu stabile Solvabilitätsquote von 179%. Auch das Eigenkapital stieg in den vergangenen drei Berichtsmonaten um 2,2% auf 43,56 Mrd EUR.
Das Versicherungsgeschäft selbst entwickelte sich bei stabilen Beitragseinnahmen positiv. Im Bereich Leben- und Krankenversicherung waren allerdings die Bremsspuren der hohen Abschreibungen deutlich zu erkennen, obwohl die Lebensversicherungskunden über ihre Überschussbeteiligung einen guten Teil der Verluste auf ihre Kappe nehmen. Das operative Ergebnis fiel hier um 21% auf 520 Mio EUR.
Die Sparte Schaden/Unfall hielt sich dagegen trotz überdurchschnittlicher Schäden durch Naturereignisse - die Schaden-Kosten-Quote erhöhte sich um einen halben Prozentpunkt auf 97,6% - gut. Das operative Ergebnis lag mit 1,11 Mrd EUR nur knapp unter dem Vorjahr.
Im Asset Management ging es trotz der Unsicherheit an den Märkten und negativer Währungseffekte sogar weiter nach oben. Operativ verdienten die Münchener hier mit 537 Mio EUR 3% mehr als vor Jahresfrist.
Analysten schätzen in ersten Reaktionen die operative Entwicklung als sehr gut ein. Analyst Heino Ruland von Ruland Research macht sich jedoch Sorgen um die Dividende. Bisher liege die Allianz beim Nettogewinn deutlich unter dem Vorjahr, so dass bei einem erneuten Gewinneinbruch im vierten Quartal die Dividendenerwartung von 4,50 EUR gefährdet sein könnte. Vorbörslich zeigt sich die Aktie bei einer etwas festeren DAX-Indikation mit einem Minus von 1,3%.
-Von Jörn Rehren, Dow Jones Newswires;
+49 (0)69 - 29725 115, joern.rehren@dowjones.com
DJG/reh/kla
(END) Dow Jones Newswires
November 11, 2011 02:49 ET (07:49 GMT)
Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc.
--Operatives Ergebnis sinkt weniger als erwartet um 7%
--Operative Gewinnprognose bestätigt
Durchgehend neu mit weiteren Details)
Von Jörn Rehren
DOW JONES NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Die jüngsten Marktverwerfungen haben der Allianz das Nettoergebnis überraschend stark verhagelt, den weltgrößten Versicherer operativ aber nicht aus der Bahn geworfen. Der Nettogewinn brach im dritten Quartal wegen hoher Abschreibungen auf Aktien und Griechenlandanleihen sowie einer deutlich erhöhten Steuerquote um 85% auf 196 Mio EUR ein. Analysten hatten dreimal so viel erwartet.
Das operative Ergebnis, an dem sich der DAX-Konzern in seinen Jahreszielen orientiert, gab dagegen mit 7% deutlich weniger nach und lag mit 1,91 Mrd EUR rund 10% über der Konsensschätzung. An dem für 2011 angepeilten Ziel eines operativen Gewinns von 7,5 Mrd bis 8,5 Mrd EUR hält Allianz-Chef Michael Diekmann deshalb fest. Für das Schlussquartal rechnet er daher mit einem operativen Plus von mindestens 1,63 Mrd EUR, was Analysten für erreichbar halten.
Dass unterm Strich so wenig in den Kassen der Allianz blieb, lag vor allem an nicht-operativen Wertminderungen von 931 Mio EUR. Diese entfielen zum größten Teil auf Aktien, vor allem aus dem Bankensektor. Die Allianz hat von diesen deutlich mehr in ihrem Portfolio als etwa die Rückversicherungskollegen aus München und Hannover. Aber auch erneute Abschreibungen auf Griechenlandanleihen schlugen mit 198 Mio EUR zu Buche. Zudem erhöhte sich die Steuerquote auf 60% nach zuvor gut 34%, weil die meisten Wertminderungen steuerlich nicht berücksichtigt werden.
Finanzvorstand Oliver Bäte sieht den Konzern trotz der Schwankungen an den Kapitalmärkten auf Zielkurs. "Aufgrund unserer soliden operativen Ertragslage und unserer Kapitalstärke hält die Allianz diesen Widrigkeiten weiterhin gut stand', sagte er. Dabei stützt sich der Manager auf eine nahezu stabile Solvabilitätsquote von 179%. Auch das Eigenkapital stieg in den vergangenen drei Berichtsmonaten um 2,2% auf 43,56 Mrd EUR.
Das Versicherungsgeschäft selbst entwickelte sich bei stabilen Beitragseinnahmen positiv. Im Bereich Leben- und Krankenversicherung waren allerdings die Bremsspuren der hohen Abschreibungen deutlich zu erkennen, obwohl die Lebensversicherungskunden über ihre Überschussbeteiligung einen guten Teil der Verluste auf ihre Kappe nehmen. Das operative Ergebnis fiel hier um 21% auf 520 Mio EUR.
Die Sparte Schaden/Unfall hielt sich dagegen trotz überdurchschnittlicher Schäden durch Naturereignisse - die Schaden-Kosten-Quote erhöhte sich um einen halben Prozentpunkt auf 97,6% - gut. Das operative Ergebnis lag mit 1,11 Mrd EUR nur knapp unter dem Vorjahr.
Im Asset Management ging es trotz der Unsicherheit an den Märkten und negativer Währungseffekte sogar weiter nach oben. Operativ verdienten die Münchener hier mit 537 Mio EUR 3% mehr als vor Jahresfrist.
Analysten schätzen in ersten Reaktionen die operative Entwicklung als sehr gut ein. Analyst Heino Ruland von Ruland Research macht sich jedoch Sorgen um die Dividende. Bisher liege die Allianz beim Nettogewinn deutlich unter dem Vorjahr, so dass bei einem erneuten Gewinneinbruch im vierten Quartal die Dividendenerwartung von 4,50 EUR gefährdet sein könnte. Vorbörslich zeigt sich die Aktie bei einer etwas festeren DAX-Indikation mit einem Minus von 1,3%.
-Von Jörn Rehren, Dow Jones Newswires;
+49 (0)69 - 29725 115, joern.rehren@dowjones.com
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November 11, 2011 02:49 ET (07:49 GMT)
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