AUSBLICK/FOMC sagt erneut niedrige Zinsen für längere Zeit zu
15.03.2010 - 15:46
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank dürfte am Dienstag keine Änderung seiner geldpolitischen Ausrichtung signalisieren. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten, dass das FOMC den Tagesgeldzielsatz auf seinem Allzeittief von 0,00% bis 0,25% belassen und darüber hinaus die Zusage bestätigen wird, das sehr niedrige Zinsniveau für längere Zeit aufrecht zu erhalten. Das Gremium tagt am Montag und Dienstag, die Zinsentscheidung wird am Dienstag um 19.15 Uhr MEZ kommuniziert.
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Die Helaba prognostiziert, dass im FOMC-Kommuniqué erneut von "außerordentlich niedrigen Zinsen für einen ausgedehnten Zeitraum" die Rede sein wird. Jedoch steige die Unsicherheit, seit einige regionale Fed-Vertreter sich hierzu kritisch geäußert hätten. Zudem habe sich die Notenbank bereits mit kleinen Änderungen wie der Anhebung des Diskontsatzes in Stellung gebracht. "Mit dem Frühlingserwachen am Arbeitsmarkt steht der Passus 'extended period' unseres Erachtens zur Disposition und wird vermutlich auf der Folgesitzung fallen", erläutert die Helaba. Nach Angaben von William Dudley, Präsident der New Yorker Fed, steht "extended period" für "mindestens sechs Monate".
Aus Sicht von Moody's Economy.com sind die vom FOMC selbst als Voraussetzung für eine Beibehaltung des Niedrigzinsversprechens genannten Bedingungen weiterhin gegeben: Eine niedrige Kapazitätsauslastung, eine niedrige Inflation und stabile Inflationserwartungen. Die Kapazitätsauslastung der Industrie betrug im Januar knapp 73%, während das langjährige Mittel bei rund 80% liegt; die Kernverbraucherpreise stiegen im gleichen Monat mit einer Jahresrate von 1,6%; die Konsumenten erwarteten im März ausweislich der monatlichen Umfrage der Uni Michigan auf Sicht von zwölf Monaten einen Verbraucherpreisanstieg von 2,8% und auf Sicht von fünf Jahren von 2,7%.
Auch UniCredit erwartet, dass das FOMC trotz des anhaltenden Widerstands des Chefs der Kansas-City-Fed, Thomas Hoenig, die Formulierung "für einen längeren Zeitraum" beibehalten wird. "Dies würde implizieren, dass der Straffungszyklus später als derzeit erwartet beginnen würde - vielleicht erst Anfang 2011. Die Ausstiegsstrategie sieht als Nächstes eine weitere Anhebung des Diskontsatzes um 25 Basispunkte vor. Sie könnte schon bei der nächsten Sitzung erfolgen, wahrscheinlicher jedoch erst im April", erläutert die Bank. Nicht zuletzt wegen der jüngsten Äußerungen von Fed-Chairman Ben Bernanke, der von der Notwendigkeit niedriger Zinsen gesprochen hatte, stuft UniCredit das Gremium als "dovish" ein.
Die Commerzbank verweist darauf, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen in den sechs Wochen seit der vorherigen FOMC-Sitzung nicht nennenswert verändert hätten. "Deshalb dürfte die Fed die Kernaussagen des Kommuniqués zur wirtschaftlichen Lage kaum verändern. Insbesondere dürfte sie an ihrer Erwartung niedriger Leitzinsen beibehalten", analysiert die Commerzbank. Die Bank will aber nicht ausschließen, dass der Präsident der Fed von Kansas City hierzu erneut eine abweichende Meinung zu Protokoll geben wird.
DJG/hab/kth
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