ROUNDUP 2: UBS zurück in der Gewinnzone Mittelabflüsse noch nicht gestoppt
09.02.2010 - 11:33
(neu: Aussagen aus Pressekonferenz, Analystenreaktionen)
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ZÜRICH (dpa-AFX) - Das laufende Sparprogramm und eine Steuergutschrift haben die Schweizer Großbank UBS im Schlussquartal in die Gewinnzone zurückgebracht. Zwar zogen die UBS-Kunden erneut Milliarden von ihren UBS-Konten ab, dennoch zeigte sich Bankchef Oswald Grübel zuversichtlich, das Vertrauen seiner Kunden zurückzugewinnen. "Wir erwarten, dass mit der Rückkehr zur Profitabilität auch das Kundenvertrauen und unsere Reputation wieder steigen", sagte er am Dienstag in Zürich.
Auf das Gesamtjahr gesehen kam die Schweizer Bank nicht aus den roten Zahlen und schrieb 2,7 Milliarden Schweizer Franken (1,8 Mrd Euro) Verlust. Im Schlussquartal schaffte die UBS jedoch die Trendwende und verbuchte unterm Strich einen Gewinn von 1,2 Milliarden Franken. Dabei half eine Steuergutschrift von rund einer halben Milliarde Franken. Auch vor Steuern blieben alle Sparten unter anderem dank der niedrigeren Personalkosten profitabel. Eine Dividende will der UBS-Chef seinen Aktionären aber erst wieder zahlen, wenn die UBS genug Kapital generiert, um die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen.
An der Börse überzeugten die Nachrichten nicht. Der Kurs der UBS-Aktie sank am Vormittag um knapp ein Prozent. Analysten bezeichneten die Zahlen als "gemischt": Zwar habe der Überschuss im vierten Quartal die Erwartungen übertroffen, das sei aber allein der Steuergutschrift zuzuschreiben, kommentierte Commerzbank-Analyst Michael Dunst. Vor allem die Neugeldabflüsse sorgten an der Börse für Enttäuschung. Analysten der Zürcher Kantonalbank monierten, dass sich dies nach Aussagen des Unternehmenschefs auch 2010 nicht ändern werde.
MITTELABFLUSS STÄRKER ALS ERWARTET
Die UBS gehört zu den größten Verlierern der Finanzkrise. Der Steuerstreit mit den USA sorgte für zusätzliche Verunsicherung bei den Kunden - sie zogen in den vergangenen Monaten Milliarden von ihren UBS-Konten ab. UBS-Chef Grübel will den Mittelabfluss zwar stoppen, rechnet aber nicht damit, kurzfristig etwas ändern zu können. Im vierten Quartal lag der Nettoneugeldabfluss bei 56,2 Milliarden Franken, das war deutlich mehr als von Analysten erwartet. Dabei spürte das Institut nach eigenen Angaben auch die Folgen einer italienischen Steueramnestie, die Kunden veranlasste, ihr Geld woanders anzulegen. Das Management arbeite hart daran, die Situation zu ändern, sagte Grübel.
Im Investmentbanking profitierte die UBS unterdessen von niedrigeren Wertberichtigungen als in den Vormonaten. Für das kommende Jahr erwartet UBS-Chef Grübel, dass sich die Entwicklung der Investmentbank noch verbessert. Im Januar habe das Geschäft mit Wertpapieren und Devisen von einer hohen Kundenaktivität profitiert. Die Bank könne aber noch nicht sagen, wie lange dieses attraktive Handelsumfeld anhalte. Insgesamt reduzierte die Bank ihre risikogewichteten Aktiva im Laufe des vierten Quartals um zwei Prozent. Die BIZ-Kernkapitalquote (Tier 1) lag zum Jahreswechsel bei 15,4 Prozent (Vorjahr: 11,0 Prozent).
Insgesamt sparte die UBS 2009 wie geplant rund 20 Milliarden Franken ein. Das Institut hatte im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Arbeitsplätze durch Sparmaßnahmen und Verkäufe abgebaut. Im vierten Quartal senkte die Bank die Personalausgaben wegen aufgeschobener Bonuszahlungen - auf das Gesamtjahr gesehen schwoll der Topf für die variable Vergütung aber um gut drei Viertel auf rund drei Milliarden Franken an.
STEUERDEBATTEN
Mit Blick auf den schwelenden Steuerstreit in den USA zeigte sich Grübel zuversichtlich, dass die Gespräche der Schweizer Regierung mit den USA konstruktiv ausfallen werden. Das Schweizer Bundesverwaltungsgericht hatte vergangene Woche den Pilotentscheid zur Lieferung von Kontendaten amerikanischer UBS-Kunden an die USA gestoppt. In der laufenden Diskussion über Steuerdaten in Deutschland habe die UBS keine Kenntnis darüber, ob sich auf den in Deutschland aufgetauchten Listen auch UBS-Kunden befinden. Generell bezeichnete es der UBS-Chef aber als problematisch, wenn Regierungen gestohlene Daten kauften. Dies animiere zu weiteren Diebstählen./gr/stw/tw