AUSBLICK/Markt wartet bei Rheinmetall auf Prognose
19.03.2010 - 15:00
FRANKFURT (Dow Jones)--Am Aktienmarkt wird dem Rüstungskonzern und Automobilzulieferer Rheinmetall in diesem Jahr einiges zugetraut. Dank einer Erholung der Automobilproduktion, des Trends hin zu emissionsärmeren Motoren und prall gefüllter Auftragsbücher in der Verteidigungssparte erwarten Analysten 2010 ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich von dem MDAX-Konzern. Rheinmetall könnte sogar an der 10%-Marke kratzen.
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Da die Kostenbasis durch den drastischen Sparkurs im Autozulieferersegment deutlich nach unten geschraubt wurde, sehen die Marktexperten die Düsseldorfer beim Gewinn in diesem Jahr nahe an den Werten aus dem Rekordjahr 2007. Equinet-Analyst Adrian Pehl rechnet für 2010 sogar mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 300 Mio EUR und einem Nettogewinn von 184 Mio EUR. Sollte sich dies bewahrheiten, würde Rheinmetall sogar deutlich besser abschneiden als damals.
Der Ausblick der Rheinmetall AG steht am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz unbestritten im Vordergrund, da das Unternehmen schon Mitte Februar vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht hat. Der Umsatz war 2009 angesichts der über weite Strecken des Jahres sehr schwachen Entwicklung im Geschäft mit der kriselnden Automobilindustrie um etwa 12% auf 3,42 Mrd EUR geschrumpft.
Dank der stabilen Entwicklung im Verteidigungssegment hat sich Rheinmetall im abgelaufenen Geschäftsjahr zumindest operativ in die schwarzen Zahlen gerettet. Trotz der deutlich höher als erwarteten Kosten für die Restrukturierung der Autosparte Kolbenschmidt Pierburg von fast 140 Mio EUR erwirtschaftete Rheinmetall vor Zinsen und Steuern 2009 ein Plus 15 (Vorjahr: 246) Mio EUR. Wie der Konzern unter dem Strich abgeschnitten hat, gaben die Düsseldorfer bisher nicht bekannt. Hier gehen Analysten allerdings von einem Verlust aus.
Fragt man Analysten, können sich die Aktionäre trotz der teuren Sanierung und des hohen Nettoverlusts wohl auf eine Dividende freuen. Thomas Rau von M.M.Warburg prognostiziert eine deutlich höher als vom Markt erwartete Ausschüttung von 0,70 EUR je Anteilsschein. Für 2008 hatte Rheinmetall 1,30 EUR pro Aktie gezahlt. Seine Zuversicht gründet Rau, der die Rheinmetall-Aktie mit "Kaufen" einstuft, auf die überraschend hohe Cash-Generierung des MDAX-Konzern im Schlussquartal.
Webseite: www.rheinmetall.de
-Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 - (0)69 297 25 114;
nico.schmidt@dowjones.com
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