Aktien Frankfurt: Börsen arbeiten sich ins Plus - EZB und Euro im Blick
09.02.2010 - 12:08
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag nach einem durchwachsenen Start letztendlich doch noch an seine Vortagesgewinne anknüpfen können. Der Dax stieg um 0,28 Prozent auf 5.499,95 Punkte. Der MDax mittelgroßer Werte zog um 0,50 Prozent höher bei 7.282,71 Zähler an und der TecDax kletterte um 0,67 Prozent auf 776,71 Punkte. Börsianer verwiesen auf einen stabilisierten Euro als Stütze, der von Spekulationen um Hilfen für Griechenland profitierte.
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Folker Hellmeyer, Chefanalyst bei der Bremer Landesbank, zeigte sich indes zuversichtlich, dass Griechenland seine Haushaltsprobleme alleine in den Griff bekommen werde. Einer möglichen Auffanglösung durch die übrigen EU-Mitglieder räume er eine 20-prozentige Chance ein, so der Experte. Mit Blick auf die Kursverluste am Aktienmarkt verwies Hellmeyer auf die zuletzt "sehr guten Sentiment-Daten". Darüber hinaus sei die deutsche Handelsbilanz im vergangenen Jahr auch gut ausgefallen. "Auf dem aktuellen Niveau gibt es für die Börse eigentlich keinen Grund, den Blues zu spielen."
Auf Unternehmensseite sorgten vor allem die Bilanzen von Unternehmen aus der zweiten Reihe für Gesprächsstoff. So übertrafen etwa die Zahlen von Heidelberger Druckmaschinen die Prognosen. Ein Börsianer sagte zu HeidelDruck: "Die Zahlen sind durch die Bank besser als erwartet." Die Aktien legten als einer der Spitzenreiter im MDax um 2,30 Prozent auf 5,105 Euro zu. Douglas stiegen um 3,19 Prozent auf 33,110 Euro. Die Aktien von Demag Cranes AG entwickelten sich entsprechend den Zahlen "gemischt". Die Aktien bewegten sich zwischen Gewinnen und Verlusten und gaben zuletzt 0,21 Prozent auf 23,450 Euro nach.
Aktien der Deutschen Bank gehörten zu den Favoriten im Dax gehört und zogen um 2,97 Prozent auf 44,38 Euro und um 1,58 Prozent auf 5,606 Euro an. Ein Börsianer verwies auf Marktspekulationen über einen kommenden Rettungsplan für Griechenland und Portugal. Das sorge für Erleichterung und die zuletzt gedrückten Banken könnten etwas aufatmen. Vor allem die Deutsche Bank müsste laut Händler angesichts ihrer Verflechtungen mit griechischen Banken von einer möglichen Rettung profitieren. Die Zahlen der Schweizer Großbank UBS rückten in den Hintergrund.
Qiagen gehörten nach zahlen zu den wenigen Verlieren im Technologieindex und gaben 0,75 Prozent auf 15,125 Euro ab. Während die Zahlen für 2009 zwar gut ausgefallen seien, wertete ein Börsianer den Ausblick für 2010 als eher enttäuschend.
Freenet-Aktien legten nach Eckdaten als einer der gefragtesten Technologiewerte derweil um 3,55 Prozent auf 9,03 Euro zu. Einige Vertreter der zuletzt deutlich unter Druck geratenen Solarbranche konnten sich etwas erholen. Einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" zufolge verständigte sich der Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in seiner Sitzung am Montag darauf, die Kürzung der Förderung von Solaranlagen auf Dächern erst zum 1. Juni vorzunehmen, dann aber um 16 statt um wie bisher geplant 15 Prozent. Eine Studie der Citigroup sorgte ebenfalls für Kursbewegungen, wie das Kursplus von 8,01 Prozent auf 39,165 Euro bei Centrotherm Photovoltaics zeigte. Citigroup hatte die Papiere zum kauf empfohlen./rum/fat