Erst ging Konzern-Chef Samuelsson, nun folgt ihm der Finanzvorstand. Karlheinz Hornung verlässt den Lastwagenbauer "aus persönlichen Gründen". Doch im Hintergrund zieht wohl Großaktionär Volkswagen die Fäden.
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Nach dem Rücktritt von MAN-Chef Hakan Samuelsson räumt auch Finanzvorstand Karlheinz Hornung seinen Posten. Der Manager werde sein Amt mit Wirkung zum 11. Dezember niederlegen, teilte der Konzern am Freitag in München mit. An diesem Tag kommt auch der Aufsichtsrat zu einer Sitzung zusammen.
Hornungs Schritt erfolge nicht im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre, sondern "aus persönlichen Gründen", teilte der Konzern mit, ohne Details zu nennen. Eine Sprecherin der Münchner Staatsanwaltschaft sagte, gegen den 58-Jährigen werde nicht ermittelt.
Hornung war seit 2004 Vorstandsmitglied bei MAN und seit Januar 2006 Finanzchef. Der gelernte Kaufmann und Steuerberater hatte seine Karriere bei der Kolbenschmidt AG in Neckarsulm begonnen. Im Aufsichtsrat wird damit gerechnet, dass auch der Chef der Nutzfahrzeugsparte, Anton Weinmann, seinen Posten räumen muss.
MAN steht im Verdacht, den Verkauf von Lastwagen und Bussen mit Schmiergeldern angekurbelt zu haben. Die Ermittlungen erstrecken sich auf die Zeit zwischen 2002 und 2009. MAN-Chef Samuelsson hatte am Montag überraschend sein Amt niedergelegt.
Personen im Umfeld des Konzerns vermuten, dass MAN-Aufsichtsratschef und VW-Patriarch Ferdinand Piëch im Hintergrund die Fäden zieht. Er will die von ihm angepeilte Lkw-Allianz mit Scania schneller vorantreiben. Der schwedische Hersteller gehört mehrheitlich zu VW, an MAN halten die Wolfsburger knapp 30 Prozent.