ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Fest nach Erholung - Dow gibt Schützenhilfe
27.11.2009 - 18:05
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach deutlichen Auftaktverlusten hat sich der deutsche Aktienmarkt am Freitag Stück für Stück nach oben gearbeitet und nicht weit unter seinen Tageshochs geschlossen. Die Wall Street, die am Vortag feiertagsbedingt geschlossen geblieben war, konnte sich deutlich von ihren Auftaktverlusten erholen und leistete so am Nachmittag kräftige Schützenhilfe. Der Dax verabschiedete sich mit einem Tagesplus von 1,27 Prozent bei 5.685,61 Zählern -
auf Wochensicht standen allerdings nur bescheidene Gewinne von 0,40 Prozent zu Buche. Der MDax stieg am Freitag um 1,79 Prozent auf 7.188,02 Punkte und der TecDax rückte um 1,76 Prozent auf 782,43 Zähler vor.
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Fidel Helmer, Leiter des Wertpapierhandels bei Hauck & Aufhäuser, sah ganz klar die positiven Impulse aus den USA als Kursstütze für den hiesigen Markt: "Nach einer schwachen Eröffnung ist es bei uns stetig nach oben gegangen, insbesondere als die US-Futures ihre Verluste verringert haben. Vielleicht haben wir gestern, als wir auf uns allein gestellt waren, die Situation in Dubai etwas zu negativ gesehen." Nachdem der Dax wiederholt an der Marke von 5.800 Punkten gescheitert sei, hätten dann die Nachrichten aus dem arabischen Emirat vielen Anlegern als Anlass gedient, sich von Aktienbeständen zu trennen. "Dubai zeigt, dass die Finanzkrise noch nicht zu Ende ist - aber das hat bei weitem nicht den Stellenwert der Lehman-Pleite vom vergangenen Jahr", resümierte Helmer.
Infineon-Aktien profitierten von positiv aufgenommenen Vorstandsaussagen und gewannen als zweitbester Dax-Titel 4,72 Prozent auf 3,220 Euro. Konzern-Chef Peter Bauer sagte dem "Handelsblatt", dass er mit drei bis vier positiven Jahren in der Halbleiterbranche rechne. Marktforscher teilen der Zeitung zufolge diese Ansicht und sehen für das kommende Jahr schon wieder zweistellige Umsatzzuwächse bei den Herstellern. Infineon ist zudem laut Bauer grundsätzlich an Übernahmen interessiert, hat aber nichts Konkretes im Auge. Die DZ Bank verwies zudem auf positive Aussagen von Finanzvorstand Marco Schröter in einer Telefonkonferenz.
Außerdem gehörten die Aktien der Autobauer Volkswagen und BMW klar zu den Favoriten der Anleger. Die Stammaktien des Wolfsburger Autobauers stiegen um 6,37 Prozent auf 86,16 Euro und waren damit der Favorit der Anleger im Leitindex. Merrill Lynch hatte am Morgen die "Underweight"-Empfehlung für die Stammaktien von VW bestätigt und das Kursziel von 100 auf 85 Euro gesenkt. Der Grundton der Analyse lese sich aber nicht so negativ, sagten Börsianer. Zudem habe das Papier am Vortag bereits deutlich verloren. Anteilsscheine von BMW verteuerten sich um 3,13 Prozent auf 32,280 Euro. Händler verwiesen auf eine Erholungsbewegung, nachdem die Titel des Autobauers seit ihrem Hoch Mitte November bis zu über zwölf Prozent verloren hatten. Ins positive Bild passte eine Studie von Equinet, in der das Votum für die Titel von "Reduce" auf "Hold" und das Kursziel von 27 auf 33 Euro angehoben wurde.
Bei MAN-Aktien sorgte der angekündigten Weggang von Finanzchef Karlheinz Hornung nur kurz für Druck. Dann erholte sich die Aktie des Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzerns wieder und schlossen mit moderaten Verlusten von 0,23 Prozent bei 56,71 Euro. Da in den vergangenen Tagen bereits mehrere Zeitungen berichtet hatten, nach Vorstandschef Hakan Samuelsson müssten weitere Vorstände um ihren Job bangen, komme die Nachricht nicht unerwartet, sagten Händler übereinstimmend.
K+S-Papiere wurden ex Bezugsrecht gehandelt. Der Düngemittel- und Salzhersteller gibt in seiner Kapitalerhöhung 26,4 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von je 26,00 Euro aus. Das Bezugsverhältnis liegt bei 6,25. Das Bezugsrecht stand zum Handelsschluss bei 2,38 Euro. Zusammen mit dem Schlusskurs der Aktie von 40,78 Euro ergibt sich im Vergleich zum Vortagesschluss auf Xetra (41,72 Euro) ein deutliches Plus von 5,84 Prozent.
Aktien des Kranbauers Demag Cranes legten nach einem positiven Analystenkommentar im MDax um überdurchschnittliche 2,97 Prozent auf 23,21 Euro zu. DZ-Bank-Analyst Karsten Oblinger hatte die Papiere zuvor in einem Doppelschritt von "Verkaufen" auf "Kaufen" hochgestuft und seine Gewinnschätzungen für das laufende Jahr und die kommenden zwei Jahre angehoben. Es sei ein solides viertes Quartal zu erwarten, schrieb er in einer aktuellen Studie./gl/wiz