Dutzende Staats- und Regierungschefs haben ihre Teilnahme an der Endphase der Kopenhagener Weltklimakonferenz im Dezember zugesagt. Damit wächst auch die Chance auf eine Einigung.
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Mit dabei sind unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der britische Premierminister Gordon Brown und Brasiliens Präsident José Lula da Silva. Nach Angaben der dänischen Regierung denken weitere Staatschefs über ihre Teilnahme nach. Noch offen ist zum Beispiel ob US-Präsident Barack Obama teilnimmt. Er hatte erklärt, er werde nach Kopenhagen kommen, wenn es den Verhandlungen diene.
Mit den Zusagen auf höchster Ebene steigen die Chancen für eine politische Einigung zum Klimaschutz in Kopenhagen. Denn normalerweise finden die Klimagipfel auf Ebene der Umweltminister statt - die oft weniger Verhandlungsspielraum haben als ihre Chefs. Die Teilnahme der Staats- und Regierungschefs am Verhandlungsendspurt am 17. und 18. Dezember zeigt, dass sie selbst einen Durchbruch für möglich halten. Für ein Scheitern müssten sie nicht extra nach Kopenhagen reisen.
Merkel will Klimavertrag in Bonn
Ziel der insgesamt zweiwöchigen Kopenhagener Verhandlungen ist eine politisch verbindliche Einigung in drei Bereichen: CO2-Obergrenzen für Industrieländer, CO2-Sparmaßnahmen für Entwicklungs- und Schwellenländer und Finanzhilfen der reichen für die armen Länder, die besonders unter dem Klimawandel leiden. Uno-Offizielle bezeichnen es inzwischen als Erfolg, wenn sich die Verhandler in Kopenhagen auf drei Listen mit entsprechenden Verpflichtungen einigen. Aus einer Einigung in Kopenhagen soll dann zumindest nach dem Willen Merkels mit wenigen Monaten Verspätung ein völkerrechtlicher Vertrag formuliert werden. Sie strebt eine Unterschrift im ersten Halbjahr 2010 an - mit ihr als Gastgeberin. Denn das nächste große Klimatreffen nach Kopenhagen ist für Juni in Bonn geplant.
Führende Klimaberater der Bundesregierung mahnten derweil einen Erfolg in Kopenhagen an. "Abgerechnet wird am letzten Tag der Konferenz. Bis dahin ist eine Einigung möglich", sagte der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth. Die Summe der derzeit abgegebenen nationalen Angebote zum Klimaschutz werde jedoch physikalisch nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.
E-Mail-Hack löst Forscherstreit aus
Britische Klimaforscher liefern sich unterdessen einen Cyberkrieg um Glaubwürdigkeit. Hacker hatten Hunderte privater Mails und Dokumente führender Klimawissenschaftler der University of East Anglia erbeutet und auf einer als klimaskeptisch geltenden Website veröffentlicht. Die Universität bestätigte die Echtheit einiger Dokumente, konnte aber nicht bestätigen, dass alle veröffentlichten Materialien echt seien.
Klimaskeptiker sehen in dem Material Belege dafür, dass die Wissenschaftler Zweifel am menschengemachten Klimawandel unterschlagen hätten. Sie verweisen in Blogs und Kommentaren zum Beispiel auf den Gebrauch des Wortes "trick" in einer Mail zwischen zwei Forschern.
Der Adressat der Mail, US-Forscher Michael Mann, sagte dagegen, mit "trick" sei lediglich ein Kniff, eine Problemlösung gemeint. Bob Ward von der London School of Economics schrieb im "Guardian", die Mails würden lediglich zeigen, dass auch Klimaforscher Menschen seien und untereinander über Klimaskeptiker lästern würden, die ihnen Betrug vorwerfen.