Erneute Wende im Bieterrennen: Nun plant der US-Produzent offenbar, den britischen Marktführer ohne Hilfe des italienischen Konzerns Ferrero zu übernehmen. Zwei Banken sollen den Amerikanern dabei helfen.
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Im Poker um den Schokoladenhersteller Cadbury will der US-Süßwarenkonzern Hershey laut Medienberichten mit einem Gegenangebot den US-Rivalen Kraft Foods ausstechen. Nach Informationen des "Wall Street Journal" und britischer Medien treibt die Stiftung, die Hershey kontrolliert, eine 17 Mrd. $ schwere Offerte voran. Demnach erwägt das Unternehmen sogar, den britischen Marktführer alleine zu schlucken. Eine mit der Sache vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Hershey habe sich bereits die Unterstützung der Bank of America und von JP Morgan Chase gesichert. Allerdings seien "die Dinge noch im Fluss".
Hershey könnte sich als alleiniger Käufer übernehmen. Branchenexperten hatten Zweifel geäußert, ob der US-Konzern selbst im Duett mit Ferrero eine solche Übernahme schultern könnte. Zudem ist Hershey deutlich kleiner als Cadbury und hat einen hohen Schuldenberg. Eine Hürde könnte auch die gemeinnützige Stiftung darstellen, die den über 100 Jahre alten Traditionskonzern kontrolliert.
Zuletzt war spekuliert worden, dass Hershey mit dem italienischen Ferrero-Konzern ein gemeinsames Angebot vorlegen wolle. Am Mittwoch hatten beide Unternehmen mitgeteilt, ihre Optionen bei dem britischen Traditionskonzern zu prüfen. Sie ließen dabei offen, ob sie ein gemeinsames Angebot vorlegen oder einzeln bieten wollten. Angeblich will Hershey den Aktionären einen großen Bargeldanteil bieten. Kraft Foods, der weltweit zweitgrößte Lebensmittelkonzern und Hersteller von Milka-Schokolade und Philadelphia-Frischkäse, trat mit einer Offerte aus Aktien und Bargeld im Volumen von 16,5 Mrd. $ direkt an die Aktionäre heran. Zuvor war der Konzern im September bei Cadbury-Spitze mit einem Übernahmeangebot abgeblitzt.
Mit der Ankündigung Hersheys erhöht sich der Druck auf Kraft, tiefer als geplant in die Tasche zu greifen und den Aktionären das ursprüngliche Angebot noch zu versüßen. Außerdem hat der Süßwarenkonzern schon Geschäftsverbindungen zu Cadbury und stellt in Lizenz Dairy Schokolade und Cadbury-Creme-Eier her.