Nach Fannie Mae muss auch der Konkurrent ein desaströses Quartalsergebnis vermelden, weil Kredite nicht zurückgezahlt werden. Es sieht düster aus auf dem US-Immobilienmarkt und die Preise zeigen weiter nach unten.
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Der angeschlagene US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac hat im dritten Quartal einen Milliardenverlust geschrieben. Vor allem durch hohe Kreditausfälle sei ein Fehlbetrag von 5 Mrd. $ verbucht worden, teilte das staatlich kontrollierte Institut am Freitag nach US-Börsenschluss mit. Damit hängt das Überleben des zweitgrößten US-Hypothekenfinanzierers weiter von Staatshilfen ab. Das staatlich kontrollierte Institut begründete diese Einschätzung am Freitag damit, dass sich der Abschwung auf dem Immobilienmarkt in die Länge ziehe.
Anders als Marktführer Fannie Mae braucht Freddie Mac allerdings nicht unmittelbar Geldspritzen, weil das Eigenkapital gestärkt werden konnte. Erst am Donnerstag hatte Rivale Fannie Mae einen Fehlbetrag von fast 19 Mrd. $ im dritten Quartal ausgewiesen und den Staat um weitere 15 Mrd. $ Hilfen gebeten. Die Bilanzen der beiden Hypothekenfinanzierer gelten als Barometer für den Zustand des US-Immobilienmarktes, weil sie zusammen fast die Hälfte der Hauskredite vergeben.
Die hohe Arbeitslosigkeit, Zwangsvollstreckungen und eine Übersättigung des Immobilienmarktes dürften eine Erholung noch eine Weile behindern und die Hauspreise weiter drücken, teilte Freddie Mac mit. Deshalb sei der Konzern weiter von Staatshilfen abhängig. Eine gestiegene Eigenkapitalquote durch höherwertige Anleihen ersparte es Freddie Mac aber ein zweites Quartal in Folge, auf Gelder der Regierung zurückgreifen zu müssen, um eine Insolvenz zu verhindern. Freddie Mac erhöhte wegen höherer Ausfälle die Rückstellungen für Kreditverluste auf 7,6 Mrd. $ - ein Plus von 46 Prozent zum Vorquartal.
Freddie Mac und Fannie Mae waren im September 2008 unter staatliche Kontrolle gestellt worden und sind seitdem mit umfangreichen Geldspritzen am Leben erhalten worden. Freddie Mac hat bisher knapp 52 Mrd., Fannie Mae mit dem neuen Zuschuss fast 61 Mrd. $ erhalten. Die US-Regierung will so den ins Rutschen geratenen Immobilienmarkt stützen und weitere Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten verhindern. Die Verluste bei beiden Konzernen stellen den Kongress nun vor ein Dilemma: Einerseits sollen nicht noch mehr Steuergelder ausgegeben werden, andererseits zählt der Kongress beim Kampf gegen die Immobilienkrise auf die beiden Unternehmen. Sie sollen Zwangsvollstreckungen aussetzen, was das Budget stark belastet.