Wall Street im Verlauf leichter - Warten auf Fed-Sitzung
15.03.2010 - 16:57
NEW YORK (Dow Jones)--Leichter tendieren die Kurse an Wall Street im Verlauf des Montagnachmittages. Das lange impulslose Geschäft hat Händler mittlerweile zu Gewinnmitnahmen veranlasst. "Es gibt keine greifbaren Impulse, daher dominiert der Handel nach technischen Marken", sagt ein Händler. Im S&P-500-Index habe das kraftlose Geschäft am Widerstand bei 1.150 Punkten für einen Rückzug aus dem Markt gesorgt. Der S&P-500 verliert gegen 16.55 Uhr um 0,6% oder 7 auf 1.143 Punkte und der Dow-Jones-Index der 30 Industriewerte gibt um 0,4% bzw 40 auf 10.585 Zähler nach. Der Nasdaq-Composite-Index der Technologiebranche fällt um 0,9% oder 21 auf 2.347 Punkte.
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Druck auf den Markt üben Aussagen der Ratingagentur Moody's aus. Sie sieht das "Triple-A-Rating" der USA in Gefahr. Belastend wirken auch Aussagen aus China: Zwar sei hier nicht die befürchtete Erhöhung der Mindestreserve für Banken erfolgt, jedoch erteilte das Land Rufen nach einer Währungsaufwertung eine Absage. Auch wies der chinesische Premierminister Wen Jiabao auf die Gefahr einer "Double-Dip-Rezession" hin, unter anderem aufgrund der Mischung aus Verschuldung und Arbeitslosigkeit in den Industrieländern. "Vor allem der Devisenmarkt hatte in Yen und Dollar auf eine Yuan-Aufwertung um bis zu 5% gesetzt", so ein Händler. Die Rezessionsgefahren sorgen daneben für Druck auf die Rohstoffpreise.
Kaum Impulse konnten die Konjunkturdaten auslösen: So hat sich der Anstieg der Industrieproduktion in den USA im Februar erwartungsgemäß abgeschwächt, wofür jedoch der Winter verantwortlich gemacht wird. Die Kapazitätsauslastung stieg auf 72,7%. Allerdings war die Industrie zwischen 1972 und 2008 im Schnitt zu 80,6% ausgelastet. Leicht positiv wurde der überwiegend bessere Empire State Index aufgenommen. Vor allem Auftragseingänge und Beschäftigung liegen hier über Erwartung. Allerdings sorgte ein hoher Preisanstieg dafür, dass der Gesamtindex auf 22,86 im März zurückfiel. Im Februar hatte er noch bei 24,92 gelegen. Offen ist noch die Veröffentlichung des NAHB-Hauspreis-Index.
Übergeordnetes Thema ist die Sitzung der US-Notenbank am Dienstag. Einige Stimmen im Markt befürchten, dass die Fed ein Ende ihrer Nullzinspolitik andeuten könnte. Daher werde genau auf die Wortwahl geachtet, ob weiter von einer "ausgedehnten Periode" niedriger Zinsen die Rede sein wird. In Europa steht weiter die Sitzung der Finanzminister der Eurozone mit Aussagen zum EWF und Griechenland im Blick.
Technische Analysten erwarten, dass der S&P-500 das untere Ende seiner Handelsspanne auslotet. Der Unterstützungsbereich um 1.138 Punkte dürfte zunächst halten.
Caterpillar fallen unter den Standardwerten um 3% auf 58,54 USD. Nach den kräftigen Gewinnen vom Freitag hätten zunächst Gewinnmitnahmen eingesetzt. Neue Konjunktursorgen setzten die Aktie des Baumaschinenherstellers dann jedoch stärker unter Druck, heißt es im Handel.
PepsiCo steigen um 0,6% auf 65,53 USD. Der Limonadenhersteller hebt seine Dividende um 7% an und stellt 15 Mrd USD für Aktienrückkäufe bereit. "Das hatte der Markt schon gefordert", kommentiert ein Händler die geringe Kursreaktion.
Boston Scientific brechen um 17% auf 6,48 USD ein. Der Hersteller von Medizingeräten hat mitgeteilt, den Verkauf von Herzschrittmachern bis auf Weiteres einzustellen, da bestimmte Herstellungsprozesse noch nicht behördlich genehmigt seien. "Die betroffenen Produkte machen über 20% des Umsatzes aus", sagt ein Händler zum Kurseinbruch. Zudem sei nicht klar, wie lange der Verkaufsstop dauere.
Google reagieren mit 4% Verlust auf 556,40 USD auf einen wahrscheinlichen Rückzug aus China. Schon binnen Wochen dürfte dies erfolgen, schreibt das "Wall Street Journal". Damit wäre Google nicht mehr mit einer Suchmaschine in chinesischer Sprache im am schnellsten wachsenden Markt der Welt vertreten.
DJG/DJN/mod/flf
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