DEVISEN/Technik und "Blödsinns-Story" setzen Euro unter Druck
15.01.2010 - 08:21
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Euro ist im asiatischen Devisengeschäft zum Dollar unter Druck gekommen, zu Beginn des europäisch geprägten Währungshandels fängt er sich am Freitagmorgen allerdings knapp über der Marke von 1,44 USD. "Nach dem Fall unter die untere Begrenzung der Handelsspanne der vergangenen drei Tage bei 1,4450 USD wurden Stop-Loss-Orders ausgelöst", erklärt Ulrich Leuchtmann, Chef des Devisen-Researchs der Commerzbank.
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Auslöser des Rutsches unter diese technisch wichtige Marke sei wohl das Gerücht über einen Rücktritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel gewesen. "Da wurde offenbar ein Artikel des 'Time Magazine' deutlich überinterpretiert. Diese Blödsinns-Story wurde noch dazu von dünnen Umsätzen begünstigt", so Leuchtmann. Auch die Bundesregierung hat die Spekulationen mittlerweile als "frei erfunden" bezeichnet.
Für neue Impulse an den Währungsmärkten dürfte im Laufe des Tages die prall gefüllte Agenda der Konjunkturdaten sorgen. Höhepunkt ist dabei die erste Umfrage der Universität Michigan zur Stimmung der US-Verbraucher im Januar. "Positive Indikationen gab es von den weniger beachteten IBD/TIPP- und RBC-Cash-Umfragen, wohingegen die ABC-Umfrage in dieser Woche deutlich enttäuschte", sagt Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen. Per saldo sehe er vor dem Hintergrund dieser Zahlen kein positives Überraschungspotenzial gegenüber der Konsensschätzung eines Anstiegs auf 74,0 Punkte.
Darüber hinaus stehen die US-Verbraucherpreise im Dezember auf dem Programm. Hier erwarten Ökonomen einen Anstieg um 0,1% gegenüber dem Vormonat. Auch die US-Industrieproduktion für Dezember und der Empire-State-Index für Januar dürften das Interesse der Marktteilnehmer finden. Schließlich könnte noch die Veröffentlichung der Geschäftszahlen von J.P. Morgan für das vierte Quartal die Wechselkurse bewegen. Hier lautet der Analystenkonsens auf einen Gewinn von 0,62 USD je Aktie.
Charttechnische Unterstützungen des Euro zum Dollar macht die Landesbank Hessen-Thüringen bei 1,4400 USD und 1,4370 USD aus. Widerstände lokalisiert sie bei 1,4450 USD, 1,4500 USD und 1,4555 USD.
Die Feinunze Gold kostet am Freitagmorgen 1.138,60 USD, am Donnerstagnachmittag wurde sie in London mit 1.138,25 USD festgestellt.
Europa New York Europa (Fr., 8.12) (Do., Späthandel) (Do., 17.15)
EUR/USD 1,4422 1,4504 1,4460
USD/JPY 90,90 91,09 91,14
EUR/JPY 131,11 131,93 131,81
EUR/GBP 0,8840 --- 0,8870
EUR/CHF 1,4771 --- 1,4787
DJG/jej/ros
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