17 Prozent Zinsen! Anleihen auf Nanotech-Aktie begeistern Renditejäger
19.03.2010 - 09:01
Die Aktie von Nanostart ist zwar bereits seit gut 3,5 Jahren an der deutschen Börse (im Entry Standard für kleinere und mittelgroße Unternehmern) gelistet. Konkrete Einschätzungen von renommierten Analystenhäusern sucht man bislang aber vergeblich. Dennoch ist bei dem Beteiligungsunternehmen reichlich Bewegung im Kurs. Nach einer Vervierfachung zum Start stürzte die Aktie von ihrem Hoch bei fast 40 Euro unter hohen Schwankungen bis Anfang 2009 auf unter sechs Euro ab, um sich in den letzten Monaten wieder deutlich auf aktuell rund 25 Euro zu erholen. Was auch an dem zuletzt deutlich zunehmenden Medieninteresse liegen dürfte.
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Nanostart gilt als weltweit führende, profitabel agierende Nanotechnologie-Beteiligungsgesellschaft, die bereits einige erfolgreiche (Teil-)Exits vorweisen kann. Zum Portfolio des Unternehmens zählt unter anderem ItN Nanovation (26 Prozent Beteiligung), deren Aktie sich auf Jahressicht fast verzehnfacht und die auf der jüngsten Small-und-Mid-Cap-Konferenz des Bankhauses Close Brothers Seydler im Februar einen ganz guten Eindruck hinterlassen hat. Als sehr interessant werden zudem die Beteiligungen an BioMicro (haben gerade einen Asset Deal mit Roche geschlossen) und vor allem an MagForce (ein Unternehmen, das kurz vor der Einführung einer Krebstherapie auf Nanobasis stehen soll) angesehen. Marktbeobachter rechnen gar mit einer „Neubewertung“ der Nanostart-Aktie, wenn MagForce tatsächlich die Marktzulassung erhalten sollte.
Im Gegensatz zu den Analysten haben Börsenbriefe und Finanzzeitungen die Aktie von Nanostart bereits etwas länger auf ihrer Watchlist. In den vergangenen Wochen und Monaten haben sich unter anderem „Performaxx“, die „Fuchsbriefe“, die „Euro am Sonntag" (Kursziel 28 Euro) und „Focus Money“ (30 Euro) positiv zu den Kursaussichten geäußert. Auch deshalb hat die BHF Bank (agiert bei Nanostart als Designated Sponsor) nun als erster Emittent überhaupt strukturierte Produkte auf die Nanotech-Holding emittiert und damit endlich Alternativen zu einem Direktinvestment in die Aktie geschaffen.
Konkret angeboten werden aktuell zwei Aktienanleihen mit einer Laufzeit bis Dezember 2010. Obwohl die Basispreise mit 25 und 22,50 Euro jeweils knapp unter dem aktuellen Aktienkurs liegen und somit eine Stagnation des Titels ausreicht, um am Ende neben der sicheren Verzinsung auch den Nennwert von 1000 Euro zurückzubekommen, dürfen sich Anleger auf p.a.-Kupons von 17 (WKN: BHF7FS) beziehungsweise 14 Prozent (WKN: BHF7FT) freuen. Da der aktuelle Kurs beider Anleihen leicht über 100 Prozent (also über 1000 Euro) liegt, ein paar wenige Euro Stückzinsen zu zahlen sind und der Jahreszins bei nur neun Monaten Laufzeit natürlich auch nur anteilig gezahlt wird, liegen die effektiven Gewinnchancen unter dem Strich „nur“ bei knapp 13 sowie gut zehn Prozent, was sich bei weniger als einem Jahr Haltedauer aber natürlich trotzdem sehen lassen kann.
Während die Kuponzahlung ohne Wenn und Aber garantiert ist (solange die BHF Bank zahlungsfähig bleibt), hängt die Rückzahlung des Nennwertes zum Kurs von 100 Prozent jedoch von der Entwicklung der Aktie ab. Liegt diese am Ende unter dem Basispreis, bekommen Anleger kein Geld, sondern die Aktie ins Depot gebucht. Bei der Aktienanleihe mit Basispreis 25 Euro ist die Zahl der einzubuchenden Stücke auf 40 festgelegt, was sich aus dem Quotienten von 1000 Euro Nennwert und dem Basispreis ergibt. Soll heißen: Wenn die Aktie bei Fälligkeit zum Beispiel bei nur 20 Euro steht, hat das Aktienpaket einen Gegenwert von lediglich 800 Euro. Trotz der hohen Zinszahlung von knapp 130 Euro (17 Prozent p.a.-Zins auf 1000 Euro Nennwert bei neun Monaten Laufzeit) ergibt sich für Investoren in diesem Szenario also ein (Buch-)Verlust, der bei stärker fallenden Aktienkursen auch noch höher ausfallen kann. Hohe Zinsen gibt es eben nur bei entsprechend hohen Risiken!